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Basteln & Spielen mit Kindern

Aus Altpapier und ein paar Samen wird ein kleines Stück Garten, das deine Kinder selbst einpflanzen und wachsen sehen können, Schritt für Schritt und ganz ohne Bastelstress.

Wenn ich an die Nachmittage denke, an denen meine Kinder wirklich bei sich waren, ganz vertieft und ohne dass alle fünf Minuten jemand gefragt hat, was wir als Nächstes machen, dann sind es selten die Ausflüge oder die teuren Spielsachen, sondern fast immer die Momente, in denen ihre Hände etwas Echtes anfassen durften, nasse Erde, kaltes Wasser, weiches Papier, das zwischen den Fingern zu Brei wird, und genau so ein Nachmittag war es, als wir zum ersten Mal Samenpapier gemacht haben.

Ich weiß noch, wie mein Kleiner mit beiden Händen in der Schüssel stand, die Ärmel bis zu den Ellenbogen nass, und mich mit diesem ernsten Gesicht angeschaut hat, das Kinder nur dann haben, wenn sie etwas wirklich Wichtiges tun, und wie er dann ganz vorsichtig die winzigen Samen in den grauen Papierbrei gestreut hat, als würde er einen Schatz verstecken, den nur wir beide kennen.

Und dann kam das, was ich am meisten an diesem Projekt liebe, nämlich das Warten, denn Samenpapier ist nicht fertig, wenn ihr vom Tisch aufsteht, es geht weiter, auf der Fensterbank, im Blumentopf, im Garten oder auf dem Balkon, und jeden Morgen schauen die Kinder nach, ob schon etwas Grünes zu sehen ist, und dieses kleine Staunen, wenn der erste Keim aus dem Papier schaut, ist für mich jedes Mal wieder ein Geschenk.

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Was ist Samenpapier eigentlich?

Samenpapier ist im Grunde ganz einfach selbst geschöpftes Papier aus Altpapier, in das Blumen- oder Kräutersamen eingearbeitet sind, und wenn du es später auf Erde legst und feucht hältst, löst sich das Papier langsam auf, während die Samen darin zu keimen beginnen, sodass aus einem kleinen Herz oder Stern irgendwann echte Blumen oder Kräuter werden.

Was mich daran so begeistert, ist, dass in diesem einen Bastelprojekt so viel steckt, was Kinder sonst nur aus Büchern kennen, denn sie sehen, dass aus Zeitung und Eierkartons etwas Neues entstehen kann, sie erleben, dass Pflanzen Wasser, Licht und Zeit brauchen, und sie lernen ganz nebenbei, dass nicht alles sofort passiert, nur weil man es sich wünscht, und gerade diese letzte Lektion finde ich in einer Welt, in der so vieles auf Knopfdruck kommt, unglaublich wertvoll.

Für die Hände

Reißen, matschen, kneten und ausstechen, das ist Feinmotorik, die sich nach Spiel anfühlt.

Für den Kopf

Aus Altem wird Neues, und aus einem Samen wird eine Pflanze, Natur zum Anfassen.

Für das Herz

Gemeinsam etwas machen, warten, staunen und sich zusammen über das erste Grün freuen.

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Das brauchst du

Das Schöne an diesem Projekt ist, dass du das meiste wahrscheinlich schon zu Hause hast, und dass du nichts Besonderes kaufen musst, um einfach mal loszulegen, außer vielleicht den Samen, wenn gerade keine im Küchenschrank liegen.

Deine Materialliste

  • Altpapier: Eierkartons, Küchenpapier, ungestrichenes Zeichenpapier oder Zeitungspapier, am besten ohne Hochglanz und mit wenig Druckfarbe
  • Eine große Schüssel und lauwarmes Wasser zum Einweichen
  • Pürierstab oder alter Mixer (das Pürieren übernimmt ein Erwachsener)
  • Ein Küchensieb und ein altes Geschirrtuch zum Ausdrücken
  • Kleine Samen: zum Beispiel eine bienenfreundliche Wildblumenmischung* oder Kräutersamen für die Fensterbank*
  • Ausstechformen: ganz normale Plätzchenformen, zum Beispiel diese mit Herz, Blume und Schmetterling*
  • Eine Unterlage, alte Kleidung oder eine Schürze, denn es wird nass

*Affiliate-Link: Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.

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Welche Samen eignen sich?

Am besten funktionieren kleine, flache Samen, weil sie gut im Papier halten, also Wildblumen, Mohn, Ringelblumen, Kornblumen oder Kräuter wie Schnittlauch, Thymian und Petersilie. Große Samen wie Bohnen oder Sonnenblumenkerne fallen leicht heraus. Wenn du draußen säst, greif am liebsten zu heimischen Wildblumen, über die sich auch Bienen und Schmetterlinge freuen.

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So macht ihr Samenpapier Schritt für Schritt

Plane für das Basteln selbst ungefähr eine Stunde ein, dazu kommt die Einweichzeit vorher und die Trockenzeit danach, und nimm dir bewusst vor, dass es heute nicht perfekt werden muss, denn die schiefen, etwas zu dicken Herzen wachsen am Ende genauso gut wie die schönen.

Familie bastelt gemeinsam Samenpapier am Tisch mit Papierbrei, Samen und Ausstechformen
Etwas Papierbrei, ein paar Samen und Hände, die mitmachen wollen.

Schritt 1

Papier zerreißen und einweichen

Das ist der Teil, bei dem schon die Kleinsten voll dabei sein können, denn Papier in viele kleine Schnipsel zu reißen, macht Kindern erstaunlich viel Spaß und darf ruhig ein bisschen wild werden. Gebt die Schnipsel in die Schüssel, gießt so viel lauwarmes Wasser darüber, dass alles bedeckt ist, und lasst das Papier mindestens eine Stunde einweichen, gern auch über Nacht, denn je weicher es ist, desto feiner wird später der Brei.

Schritt 2

Zu Brei pürieren

Jetzt kommt der Pürierstab zum Einsatz, und diesen Schritt übernimmst du, während die Kinder zuschauen, wie aus den Schnipseln eine graue, weiche Masse wird, die ein bisschen an Haferbrei erinnert. Wichtig ist nur, dass die Samen jetzt noch nicht in der Schüssel sind, denn die Messer würden sie zerkleinern.

Schritt 3

Wasser ausdrücken

Gießt den Brei durch das Sieb, legt ihn dann in das Geschirrtuch und drückt so viel Wasser heraus, wie ihr könnt, und hier dürfen die Kinder wieder mit anpacken, denn kräftig drücken und wringen ist genau ihr Ding. Die Masse sollte am Ende feucht und formbar sein, aber nicht mehr tropfen.

Schritt 4

Samen unterheben

Jetzt kommt der magische Moment, auf den die Kinder die ganze Zeit gewartet haben, denn nun dürfen sie die Samen über den Brei streuen und mit den Fingern vorsichtig unterkneten. Nehmt lieber etwas weniger Samen als zu viel, denn sonst wachsen die Pflänzchen später so dicht, dass sie sich gegenseitig den Platz wegnehmen.

Schritt 5

Flach drücken und ausstechen

Legt die Masse auf ein frisches Tuch und drückt sie mit den Händen oder einem Nudelholz ungefähr zwei bis drei Millimeter dünn, und dann dürfen die Kinder mit den Ausstechformen Herzen, Blumen, Sterne oder Schmetterlinge ausstechen. Wer keine Formen hat, legt die Formen einfach auf und drückt den Brei hinein, oder ihr formt kleine Kreise mit den Händen, die sehen am Ende genauso hübsch aus.

Schritt 6

Gut trocknen lassen

Tupft die Formen noch einmal mit einem Tuch ab und legt sie dann auf ein Gitter oder ein Küchenpapier an einen warmen, luftigen Platz, aber nicht direkt auf die Heizung. Nach ein bis zwei Tagen sind sie trocken und fest, und es lohnt sich, sie zwischendurch einmal umzudrehen, damit sie gleichmäßig trocknen und nicht schimmeln.

Bitte beachten

Den Pürierstab bedient bei uns immer ein Erwachsener, und Samen sind kleine Teile, die bei Kindern unter drei Jahren nicht in den Mund gehören, deshalb sitzt du bei den Kleinsten direkt daneben. Wenn das Papier zu lange nass bleibt, fangen die Samen schon im Papier an zu keimen oder es bildet sich Schimmel, also lieber dünn ausdrücken und zügig trocknen.

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Und dann beginnt das Warten

Wenn das Samenpapier trocken ist, kann es entweder gleich in die Erde oder in einer Dose an einem trockenen, dunklen Ort warten, bis die richtige Zeit zum Säen gekommen ist, denn Wildblumen mögen es am liebsten, wenn sie im Frühling ins Beet kommen, während Kräuter auf der Fensterbank fast das ganze Jahr über wachsen.

Zum Einpflanzen legt ihr das Papier einfach flach auf feuchte Erde, bedeckt es mit einer ganz dünnen Schicht Erde, drückt alles leicht an und haltet es in den nächsten Wochen gleichmäßig feucht, am besten mit einer Sprühflasche, die Kinder übrigens sehr gerne selbst bedienen, und je nach Samen zeigen sich nach ein bis drei Wochen die ersten grünen Spitzen.

Bei uns stand der Topf damals auf der Fensterbank in der Küche, und ich glaube, ich habe in diesen Tagen öfter dorthin geschaut als die Kinder, weil ich selbst so gespannt war, und als dann eines Morgens mein Kleiner mit nackten Füßen in die Küche gerannt kam und gerufen hat, dass da etwas wächst, da war das einer dieser kleinen Momente, die man nicht planen kann und die man trotzdem nie vergisst.

„Kinder müssen nicht jeden Tag etwas Großes erleben. Manchmal reicht ein Topf Erde und die Geduld, gemeinsam auf das erste Grün zu warten.“

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Kleine Geschenke, die weiterwachsen

Was ich erst nach unserem ersten Versuch gemerkt habe, ist, wie wunderschön sich Samenpapier verschenken lässt, und dass Kinder unglaublich stolz sind, wenn sie etwas weitergeben dürfen, das sie mit ihren eigenen Händen gemacht haben, und das beim anderen dann auch noch wächst.

Für Oma und Opa

Ein Herz aus Samenpapier in einer selbst gemalten Karte, dazu ein Satz wie „Damit du an mich denkst, wenn es blüht“.

Für den Kindergeburtstag

Statt Plastikkram in der Mitgebseltüte ein kleiner Blumenstern, der zu Hause noch lange Freude macht.

Für die Erzieherinnen

Zum Abschied aus der Kita oder einfach so, ein Dankeschön, das im Gruppenraum auf der Fensterbank wachsen darf.

Für den Muttertag

Ein Kräuterherz mit Schnittlauch oder Petersilie, das später sogar in der Küche landen darf.

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Meine Tipps, damit es entspannt bleibt

Ich will ehrlich mit dir sein, denn beim ersten Mal stand bei uns danach die halbe Küche unter Wasser, an den Stuhlbeinen klebten Papierfetzen, und ich habe kurz überlegt, ob ich mir das je wieder antue, aber mit ein paar kleinen Kniffen ist es seitdem viel entspannter geworden, und genau die möchte ich dir mitgeben.

✓ Draußen oder auf dem Boden basteln: Wenn das Wetter mitspielt, macht ihr das am besten auf dem Balkon oder im Garten, und drinnen hilft eine alte Duschmatte oder ein großes Handtuch unter dem Tisch.

✓ Aufteilen statt durchziehen: Papier reißen und einweichen am Vormittag, pürieren und ausstechen am Nachmittag, so bleibt für kleine Kinder jeder Teil kurz und machbar.

✓ Jedem Kind seine eigene Schüssel: Das erspart euch viele Diskussionen darüber, wer wie lange matschen darf.

✓ Erwartungen loslassen: Manche Herzen brechen, manche werden zu dick, und manche Kinder haben nach zehn Minuten keine Lust mehr, und all das ist völlig in Ordnung, denn es geht nicht um das perfekte Ergebnis, sondern um die gemeinsame Zeit.

Und wenn du heute keine Kraft für Papierbrei in der Küche hast, dann ist das auch in Ordnung, denn dieses Projekt läuft dir nicht weg, und vielleicht ist der nächste verregnete Samstag genau der richtige Tag dafür, oder ihr fangt einfach ganz klein an und reißt heute nur das Papier, und der Rest kommt morgen.

Ich wünsche dir und deinen Kindern ganz viel Freude beim Matschen, Ausstechen und Warten, und ich würde mich wirklich freuen, wenn du mir erzählst, was bei euch gewachsen ist.

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Von Mama zu Mama, von Herzen,

deine Alin 💚

Transparenz-Hinweis: Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Alle Ideen sind für das Basteln unter Aufsicht gedacht.

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