✿ Wie alles anfing
In einer einzigen Woche habe ich dreimal etwas gesucht, von dem ich ganz genau wusste, dass wir es besitzen, einmal die Ersatzschnuller, einmal die Batterien für das Spielzeugauto und einmal die Geburtsurkunde, die ich für einen Termin brauchte, und jedes Mal stand ich irgendwann ratlos und den Tränen nah vor vollen Schränken, Schubladen und Kisten, in denen einfach alles war, nur nicht das, was ich gerade gebraucht habe.
Unsere Wohnung war voll, nicht dreckig, aber voll, mit Dingen, die wir seit Jahren nicht benutzt hatten und die ich trotzdem nicht hergeben konnte, weil da immer diese kleine Stimme war, die sagte, dass man das vielleicht irgendwann noch einmal brauchen könnte. Und dieses Irgendwann kam natürlich nie, aber die Dinge blieben, und mit ihnen das Gefühl, in meinem eigenen Zuhause keine Luft mehr zu bekommen.
Ordnung ist ein Prozess, und Ausmisten ist der erste Schritt. In diesem Beitrag nehme ich dich mit durch meine 30 Tage, mit allem, was funktioniert hat, und mit allem, was nicht.
Das erwartet dich
1 · Mindset2 · Methode3 · Woche für Woche4 · Feste Plätze5 · Ordnung haltenZeitplanFehlerFragen
1
Schritt
Vorbereitung und das richtige Mindset
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Bevor du auch nur eine Schublade öffnest, ist mir eines ganz wichtig, nämlich deine Haltung, denn ich habe früher jeden Versuch, auszumisten, mit dem Anspruch begonnen, dass danach alles perfekt sein muss, und bin genau daran jedes Mal gescheitert. Heute ist mein Leitsatz ein ganz anderer, gut genug ist besser als gar nichts, und Fortschritt schlägt Perfektion, jeden einzelnen Tag.
Du brauchst für den Anfang nur drei Kartons oder große Taschen, einen für alles, was du spenden oder weitergeben möchtest, einen für den Müll und einen für Dinge, die du verkaufen willst, aber nur, wenn du dafür wirklich Energie hast. Dazu einen Timer und die Erlaubnis, mit fünfzehn Minuten zu beginnen. Was du nicht brauchst, sind ein freier Tag, ein perfektes System oder teure Aufbewahrungsboxen, die kommen später, wenn überhaupt.
✿ Das geht heute in 10 Minuten
Dein allererster Schritt
❀ Such dir eine einzige Schublade oder ein Regalfach aus.
❀ Stell den Timer auf 10 Minuten.
❀ Nimm jedes Teil in die Hand und entscheide sofort: bleibt oder geht.
❀ Wenn du früher aufhörst, ist das trotzdem ein Erfolg.
2
Schritt
Die passende Methode für dich
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Es gibt nicht die eine richtige Art, auszumisten, und ich glaube, das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt, denn was für eine Mama mit viel Zeit funktioniert, kann für eine Mama mit zwei kleinen Kindern völlig unrealistisch sein. Deshalb stelle ich dir drei Wege vor, und du darfst dir aussuchen, was sich für dich gut anfühlt.
Nach Kategorien
Pro Tag oder Woche eine Kategorie, also Kleidung, Bücher, Küche, Papiere oder Spielzeug. So verschiebst du Dinge nicht nur von Raum zu Raum. Diese Methode habe ich genutzt.
Steigerungsmethode
Am ersten Tag ein Teil, am zweiten zwei, am dritten drei. Das ist spielerisch, wird aber gegen Ende richtig viel, also plane die letzten Tage großzügig.
15-Minuten-Routine
Jeden Tag den Timer auf 15 Minuten, und du entscheidest selbst, wo. Perfekt für Mamas mit wenig Zeit und vielen Unterbrechungen.
Ich habe am Ende eine Mischung gemacht, die Kategorien als Wochenplan und jeden Tag fünfzehn bis zwanzig Minuten, und ganz ehrlich, es gab auch Tage, an denen ich gar nichts gemacht habe, weil ein Kind krank war oder ich abends einfach nur noch aufs Sofa wollte. Das ist völlig normal, und es hat am Ergebnis nichts geändert.
3
Schritt
Woche für Woche durch dein Zuhause
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Damit du nicht jeden Tag neu überlegen musst, wo du weitermachst, habe ich mir einen ganz groben Plan gemacht, der mir Halt gegeben hat, ohne mich einzuengen. Er ist keine starre Vorschrift, sondern eine Orientierung, und du darfst ihn jederzeit an dein Leben anpassen.
Woche 1
Kleidung & Accessoires
Alles auf einen Haufen legen und dann nach Kategorien sortieren. Der Anblick ist erschreckend, aber heilsam.
Woche 2
Küche & Vorratsschrank
Ablaufdaten prüfen und alles Doppelte aussortieren. Wie viele Schneebesen braucht eine Familie wirklich?
Woche 3
Kinderzimmer & Spielzeug
Die Kinder einbeziehen, aber mit kleiner Auswahl, damit sie nicht überfordert sind.
Woche 4
Papiere, Bad & der Rest
Papiere in drei Stapel: weg, archivieren, erledigen. Danach das Bad und alles, was übrig ist.
Das Schwierigste beim Ausmisten waren für mich nie die kaputten oder abgelaufenen Dinge, sondern all die Sachen dazwischen, die man eigentlich nicht braucht, aber irgendwie auch nicht loslassen kann. Mir haben dabei drei Fragen geholfen, die ich mir bei jedem Teil gestellt habe.
Meine drei Fragen beim Ausmisten
1. Benutze ich das wirklich, oder nur in meiner Vorstellung?
2. Würde ich das heute noch einmal kaufen?
3. Hält mich gerade nur ein Gefühl zurück, und kann ich damit umgehen?
Und bitte vergiss dabei nicht, dass ein Gefühl auch ein guter Grund sein darf, etwas zu behalten. Das erste Strampelanzug-Set, die gemalten Bilder aus der Kita, die Kette meiner Oma, all das darf bleiben, denn beim Ausmisten geht es nicht darum, alles loszuwerden, sondern darum, bewusst zu entscheiden, was in deinem Zuhause einen Platz verdient.
✿ Die 1-Minuten-Regel
Mein kleiner Alltagstrick
Alles, was weniger als eine Minute dauert, mache ich sofort, die Jacke aufhängen, die Tasse in die Spülmaschine stellen, die Schere zurück in die Schublade legen. Diese Regel verhindert bei uns mehr Chaos als jede Aufbewahrungsbox, die ich je gekauft habe.
✿ Mein Geschenk für dich
Wie viel Zeit kostet dich das Chaos wirklich?
Bevor ich mit dem Ausmisten angefangen habe, habe ich einmal ausgerechnet, wie viel Zeit ich jedes Jahr mit Suchen und Hinterherräumen verbringe, und diese Zahl war am Ende meine größte Motivation. Mit meinem Mama Zeitrechner findest du das in wenigen Minuten für dich heraus, erfährst in einem kleinen Quiz, welcher Chaos-Typ du bist, und bekommst einen ersten Schritt, der genau zu dir passt. Kostenlos und ohne Verpflichtung.
4
Schritt
Erst jetzt feste Plätze einrichten
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Ich weiß, wie verlockend es ist, gleich am ersten Tag schöne Körbe und Boxen zu kaufen, ich habe das früher auch immer gemacht, und am Ende hatte ich einfach nur hübsch verpacktes Chaos. Deshalb kommen feste Plätze und Ordnungssysteme bei mir erst nach den ersten drei Wochen, wenn ich weiß, was überhaupt bleibt.
Gekauft habe ich am Ende kaum etwas, das meiste konnte ich mit Behältern lösen, die ohnehin schon da waren. Die Schlüssel haben jetzt ihren Platz rechts neben der Tür, die Stifte wohnen in einer einzigen Schublade, und das Spielzeug im Wohnzimmer passt in zwei Körbe, alles andere wandert ins Kinderzimmer oder durfte gehen. Seitdem suche ich so viel weniger, und das allein ist ein Geschenk.
Was das Loslassen mit mir gemacht hat
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Ich möchte ehrlich sein, ganz leicht war das nicht immer, denn beim Ausmisten begegnet man nicht nur Dingen, sondern auch Gefühlen, mit denen man nicht gerechnet hat. Als ich in Woche drei die Kiste mit den Babysachen meines ersten Kindes geöffnet habe, saß ich plötzlich auf dem Boden des Kinderzimmers, hatte einen winzigen Strampler in der Hand und musste weinen, weil mir in diesem Moment bewusst wurde, wie schnell diese Zeit vorbeigegangen ist.
Und dann gab es da noch dieses andere Gefühl, das mich lange festgehalten hat, nämlich das schlechte Gewissen wegen des Geldes, das in all diesen Dingen steckte. Die teure Küchenmaschine, die nie benutzt wurde, die Bücher, die ich unbedingt lesen wollte, die Kleider, die irgendwann wieder passen sollten. Etwas davon wegzugeben, fühlte sich an, als würde ich zugeben, dass ich mich geirrt hatte.
Heute sehe ich das anders, denn das Geld ist ohnehin ausgegeben, ob die Dinge nun im Schrank stehen oder einer anderen Familie Freude machen, und was ich durch das Behalten wirklich bezahlt habe, war mein Platz, meine Zeit und meine Ruhe. Die schönsten Babysachen habe ich behalten, in einer einzigen Erinnerungskiste, alles andere durfte zu einer Freundin, die gerade ihr erstes Kind bekommen hat, und das hat sich nicht nach Verlust angefühlt, sondern nach Weitergeben.
Wenn du also beim Ausmisten plötzlich traurig wirst oder dich schuldig fühlst, dann ist das kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch machst. Es ist ein Zeichen dafür, dass du gerade nicht nur deine Schränke aufräumst, sondern auch ein Stück deines Herzens, und das darf Zeit brauchen.
5
Schritt
Die neue Ordnung halten
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Nach den 30 Tagen hat sich unsere Wohnung so viel luftiger angefühlt, ich finde Dinge schneller, das Aufräumen geht in der Hälfte der Zeit, und vor allem ist es in meinem Kopf ruhiger geworden, weil ein überschaubarer Raum einfach weniger Lärm macht, auch wenn er keinen Ton von sich gibt.
Trotzdem ist Ordnung kein Zustand, den man einmal erreicht und dann für immer hat, gerade nicht mit Kindern. Es kommt immer wieder Neues dazu, Geschenke, Bastelarbeiten, zu klein gewordene Kleidung, und manchmal sieht es auch bei uns wieder aus wie früher. Der Unterschied ist, dass ich mich heute viel schneller davon erhole, weil ich weiß, wo alles hingehört.
Was mir dabei hilft, ist eine kleine Routine, einmal in der Woche gehe ich zehn bis fünfzehn Minuten durch die Wohnung und nehme alles mit, was sich angesammelt hat und eigentlich gehen darf. Mehr braucht es nicht, um die neue Leichtigkeit zu halten.
Wie lange dauert das wirklich?
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✿ Mein ehrlicher Zeitplan
❀ Kleiderschrank: etwa zwei bis vier Stunden, gern auf zwei Tage verteilt
❀ Ein ganzes Zimmer: ungefähr ein Wochenende
❀ Die ganze Wohnung: realistisch vier bis acht Wochen neben dem Alltag
Jeden Tag fünfzehn Minuten bringen dir mehr als ein großer Kraftakt, nach dem du einen Monat lang nichts mehr machst. Und ein ausgelassener Tag ist kein Scheitern.
Häufige Fehler und wie du sie sanft umgehst
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„Ich warte auf einen freien Tag.“
Der kommt mit Kindern selten. Fünfzehn Minuten findest du fast immer.
„Ich kaufe erst einmal Boxen.“
Das ist Aufschieben in hübsch. Erst ausmisten, dann einräumen.
„Ich muss alles in einem Rutsch schaffen.“
Pausen sind erlaubt und sogar klug.
„Ich habe drei Tage ausgelassen, jetzt lohnt es sich nicht mehr.“
Wer 20 von 30 Tagen schafft, hat unglaublich viel geschafft.
„Ich behalte es, falls ich es doch noch brauche.“
Im echten Zweifel kannst du es neu kaufen. Meistens brauchst du es nie.
Häufige Fragen zum Ausmisten
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✿ Wie lange dauert der 30-Tage-Plan wirklich?
Mit fünfzehn bis zwanzig Minuten am Tag ist er gut machbar. Wenn dein Haushalt sehr voll ist, darfst du dir auch 60 Tage nehmen oder zwei Durchgänge machen.
✿ Was mache ich, wenn ich rückfällig werde?
Einfach am nächsten Tag weitermachen, mit zehn Minuten und ohne Vorwürfe. Ein Rückfall gehört dazu.
✿ Wo fange ich am besten an?
Dort, wo es dich am meisten nervt oder wo du am schnellsten einen Unterschied siehst, zum Beispiel im Kleiderschrank oder in einer einzigen Schublade. Erinnerungsstücke hebst du dir besser für später auf.
✿ Wie erkläre ich meinen Kindern das Ausmisten?
Gib ihnen eine kleine Auswahl, etwa „Welches von diesen dreien darf bleiben?“, erzähl ihnen, dass ihre Sachen jetzt einem anderen Kind Freude machen, und arbeite in kleinen Portionen.
✿ Was mache ich mit den aussortierten Sachen?
Spenden an Sozialkaufhäuser oder über die Nachbarschaft, weitergeben über Kleinanzeigen oder lokale Gruppen, und Kaputtes wegwerfen. Bring die Spendentasche schnell aus dem Haus, und wenn du etwas verkaufen willst, setz dir eine Frist von zwei Wochen, danach wird gespendet.
✿ Mein Geschenk für dich
Dein nächster Schritt nach dem Ausmisten
Wenn du wissen möchtest, wie viele Stunden dir das Chaos bisher im Jahr gekostet hat und welcher kleine Schritt dir jetzt am meisten hilft, dann hol dir meinen Mama Zeitrechner. Er ist kostenlos, ohne Newsletter-Zwang und in wenigen Minuten ausgefüllt.
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Du musst nicht alles auf einmal loslassen. Jedes Teil, das geht, macht ein kleines bisschen Platz für dich.
Von Herzen, deine Alin 💛
