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Kleine Snacks für deinen Bauch

Sieben schnelle Rezepte mit Sauerkraut, Kimchi, Kefir, Joghurt und Miso, dazu ehrlich erklärt, was fermentierte Lebensmittel können und was nicht.

Neulich stand ich um halb vier am Nachmittag an der Küchenarbeitsplatte, die Jacke noch halb an, weil ich gerade die Kleine aus der Kita geholt hatte, und habe mir die übrig gebliebenen Toastrinden vom Frühstücksteller der Großen in den Mund geschoben, eine nach der anderen, und erst als ich nach der dritten Rinde gemerkt habe, dass mein Bauch schon wieder so unangenehm aufgebläht und schwer war, ist mir aufgefallen, dass das an diesem Tag mein Mittagessen war.

Ich glaube, viele von uns Mamas kennen das, wir schnippeln Gurkensticks in perfekte Streifen, achten darauf, dass das Pausenbrot Vollkorn ist und genug Obst in der Dose liegt, und wir selbst essen im Stehen, nebenbei und meistens das, was gerade übrig bleibt, und irgendwann meldet sich dann der Bauch, mit Blähungen, mit Müdigkeit oder mit diesem diffusen Gefühl, dass irgendwie nichts so richtig rund läuft.

An diesem Nachmittag habe ich mir vorgenommen, dass ich mir wenigstens meine Snacks so zusammenstelle, dass sie meinem Bauch etwas Gutes tun, ohne dass ich dafür extra kochen muss, und dabei bin ich bei fermentierten Lebensmitteln gelandet, bei Sauerkraut, Kefir, Joghurt, Kimchi und Miso, die alle in wenigen Minuten auf dem Teller sind, und genau diese sieben Snacks möchte ich heute mit dir teilen, zusammen mit dem, was die Forschung dazu wirklich sagt.

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Ganzheitlich gedacht

Warum dein Darm mehr Aufmerksamkeit verdient

In unserem Darm leben Billionen von Mikroorganismen, die gemeinsam als Darmflora oder Mikrobiom bezeichnet werden, und sie helfen nicht nur bei der Verdauung, sondern stehen auch in engem Austausch mit unserem Immunsystem, und ich finde es tröstlich, mir vorzustellen, dass ich mit jedem Löffel Joghurt und jeder Gabel Sauerkraut nicht nur mich selbst, sondern auch diese kleine Welt in mir ein bisschen versorge.

Ganzheitlich heißt für mich dabei, dass es nicht um ein einzelnes Wundermittel geht, sondern um das Zusammenspiel aus Essen, Schlaf, Bewegung und ein bisschen weniger Stress, und dass ein probiotischer Snack am Nachmittag kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung ist, wenn der Bauch über Wochen Probleme macht, aber ein schöner, einfacher Baustein im Alltag sein kann.

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Was die Forschung sagt

In einer Studie der Stanford University (Wastyk et al., 2021, Fachzeitschrift Cell) aßen 36 gesunde Erwachsene zehn Wochen lang entweder besonders viele fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kimchi und Sauerkraut oder besonders viele Ballaststoffe. In der Fermentiert-Gruppe nahm die Vielfalt der Darmbakterien zu, und 19 Entzündungsmarker im Blut sanken, darunter Interleukin-6. Je mehr fermentierte Lebensmittel jemand aß, desto deutlicher war der Effekt. In der Ballaststoff-Gruppe blieb die Vielfalt in diesem kurzen Zeitraum gleich. Für mich zeigt das wunderschön, wie viel wir mit ganz einfachen Lebensmitteln für unseren Darm tun können.

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Kurz erklärt

Probiotisch, präbiotisch, was ist der Unterschied?

Diese beiden Wörter habe ich jahrelang durcheinandergeworfen, bis ich mir den Unterschied einmal in Ruhe angeschaut habe, und seitdem stelle ich meine Snacks viel bewusster zusammen, denn am besten wirken die beiden im Team.

Probiotisch Präbiotisch
Was ist das? Lebende Mikroorganismen, meist Milchsäurebakterien, die in ausreichender Menge einen gesundheitlichen Nutzen haben können Ballaststoffe, die unseren eigenen Darmbakterien als Futter dienen
Steckt zum Beispiel in Kefir, Naturjoghurt mit lebenden Kulturen, rohem Sauerkraut, Kimchi, Miso Banane, Apfel, Haferflocken, Leinsamen, Zwiebeln, Lauch, Hülsenfrüchten
Darauf achten Lebende Kulturen vertragen keine große Hitze Langsam steigern, sonst kann es anfangs zwicken
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Was die Forschung sagt

Nicht jedes fermentierte Lebensmittel enthält noch lebende Bakterien. Sauerkraut aus Glas oder Dose wird meist pasteurisiert, also erhitzt, und dabei sterben die Kulturen ab. Lebende Kulturen findest du eher in frischem, unpasteurisiertem Sauerkraut aus dem Kühlregal oder vom Markt. Auch Miso sollte nicht kochen, und Kefir oder Joghurt kommen am besten kalt auf den Teller. Mein Tipp: Wechsle ruhig zwischen verschiedenen Sorten ab, denn je bunter die Auswahl, desto vielfältiger wird auch deine Darmflora.

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Schwangerschaft und Immunsystem

Bevor du loslegst

Bitte beachten

In der Schwangerschaft bitte nur Kefir, Joghurt und Käse aus pasteurisierter Milch verwenden und Rohmilchprodukte meiden, weil sie Listerien enthalten können, die für dein Baby gefährlich sind. Bei rohem, unpasteurisiertem Sauerkraut und selbst fermentiertem Gemüse sprich am besten kurz mit deiner Hebamme oder Ärztin. Wenn dein Immunsystem geschwächt ist, etwa durch eine Erkrankung oder Medikamente, frag bitte vor probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln deine Ärztin. Honig erst ab dem ersten Geburtstag, und Kimchi und Miso sind recht salzig und oft scharf, für Kinderteller also nur in kleinen Mengen.

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In fünf Minuten fertig

Meine 7 probiotischen Snacks

Die Mengen sind jeweils für eine Portion gedacht, also für dich, und wenn die Kinder mitessen wollen, was bei uns beim Smoothie und der Joghurt-Bowl eigentlich immer passiert, nimmst du einfach das Doppelte.

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Sauerkraut-Apfel-Salat

⏱ 5 Minuten  ·  frisch und knackig

Zutaten

  • 4 EL rohes Sauerkraut (ca. 60 g, aus dem Kühlregal)
  • ½ Apfel
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1 EL Walnüsse oder Sonnenblumenkerne
  • etwas Pfeffer

So geht’s

  1. Sauerkraut etwas auflockern und bei Bedarf kurz klein schneiden.
  2. Apfel entkernen und in feine Stifte schneiden oder grob raspeln.
  3. Mit Olivenöl und Zitronensaft mischen, pfeffern.
  4. Mit Nüssen oder Kernen bestreuen.

Warum es guttut: Das Sauerkraut bringt Milchsäurebakterien mit, der Apfel liefert Ballaststoffe als Futter, und die Süße nimmt dem Kraut die Säure.

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Kimchi-Avocado-Toast

⏱ 5 Minuten  ·  herzhaft und sättigend

Zutaten

  • 1 Scheibe Vollkornbrot
  • ½ reife Avocado
  • 2 EL Kimchi
  • 1 TL Sesam
  • 1 Frühlingszwiebel oder etwas Schnittlauch
  • 1 Prise Salz

So geht’s

  1. Brot toasten und kurz abkühlen lassen.
  2. Avocado mit einer Gabel zerdrücken, leicht salzen und aufstreichen.
  3. Kimchi darauf verteilen, so kommt es nicht mit dem heißen Toast in Berührung.
  4. Mit Sesam und Frühlingszwiebel bestreuen.

Warum es guttut: Kimchi ist fermentiertes Gemüse, die Avocado gibt gesunde Fette, und das Vollkornbrot hält lange satt.

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Kefir-Beeren-Smoothie

⏱ 3 Minuten  ·  zum Mitnehmen

Zutaten

  • 200 ml Kefir
  • 1 Handvoll Beeren (ca. 80 g, tiefgekühlt geht wunderbar)
  • 1 TL geschrotete Leinsamen
  • optional 1 TL Honig

So geht’s

  1. Alles in einen Mixer oder hohen Becher geben.
  2. Fein pürieren.
  3. Abschmecken und sofort trinken.

Warum es guttut: Kefir enthält meist mehr unterschiedliche Bakterien- und Hefestämme als Joghurt, und Beeren und Leinsamen bringen Ballaststoffe dazu.

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Miso-Reis-Snack

⏱ 5 Minuten  ·  warm und tröstlich

Zutaten

  • 1 kleine Portion gekochter Reis (ca. 100 g)
  • 1 TL Miso-Paste
  • 2 EL warmes, nicht kochendes Wasser
  • 1 TL Sesam
  • 1 Frühlingszwiebel

So geht’s

  1. Reis warm machen und kurz abkühlen lassen, bis er nicht mehr dampft.
  2. Miso in warmem Wasser glatt rühren.
  3. Über den Reis geben und untermischen.
  4. Mit Sesam und Frühlingszwiebel bestreuen.

Warum es guttut: Miso ist fermentierte Sojapaste, und weil sehr heißes Wasser die lebenden Kulturen zerstört, rührst du sie erst am Ende unter. Reis vom Vortag bitte schnell abkühlen und im Kühlschrank aufbewahren.

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Probiotische Joghurt-Bowl

⏱ 3 Minuten  ·  der Klassiker

Zutaten

  • 150 g Naturjoghurt mit lebenden Kulturen
  • 1 Handvoll Beeren oder ½ geriebener Apfel
  • 1 TL Chia- oder Leinsamen
  • 1 EL Haferflocken
  • 1 Prise Zimt

So geht’s

  1. Joghurt in eine Schale geben.
  2. Obst darauf verteilen.
  3. Mit Samen, Haferflocken und Zimt bestreuen.

Warum es guttut: Achte beim Einkauf auf den Hinweis auf lebende Kulturen und auf Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz, die Süße kommt vom Obst.

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Kimchi-Reis-Bowl

⏱ 5 Minuten  ·  wenn der große Hunger kommt

Zutaten

  • 1 Portion gekochter Reis (ca. 150 g)
  • 2–3 EL Kimchi
  • 1 TL Sesamöl
  • 1 TL Sesam
  • 1 Frühlingszwiebel
  • optional ein paar Gurkenscheiben oder ein Ei

So geht’s

  1. Reis in eine Schale geben und etwas abkühlen lassen.
  2. Mit Sesamöl beträufeln.
  3. Kimchi und Gurke darauf verteilen.
  4. Mit Sesam und Frühlingszwiebel bestreuen.

Warum es guttut: Ein kleines, vollwertiges Mittagessen aus Resten, das mich am Nachmittag viel länger trägt als jede Toastrinde.

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Kefir-Obst-Bowl

⏱ 3 Minuten  ·  Team aus Pro und Prä

Zutaten

  • 150 ml Kefir
  • 1 Banane oder 1 Handvoll Beeren
  • 1 TL Chiasamen
  • 1 EL Haferflocken oder Nüsse

So geht’s

  1. Kefir in eine Schale geben.
  2. Banane in Scheiben schneiden oder Beeren darauf verteilen.
  3. Mit Chiasamen und Haferflocken oder Nüssen bestreuen.
  4. Fünf Minuten stehen lassen, dann quellen die Chiasamen leicht.

Warum es guttut: Hier arbeiten beide zusammen, der Kefir bringt lebende Kulturen mit, und die Banane und die Haferflocken liefern präbiotische Ballaststoffe.

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Es muss nicht perfekt sein. Ein Löffel Sauerkraut am Nachmittag ist schon ein Anfang.

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Ehrlich gesagt

Was bei uns zu Hause gut ankommt

Ich will dir nichts vormachen, beim Sauerkraut-Apfel-Salat hat meine Große beim ersten Probieren ein Gesicht gezogen, als hätte ich ihr Zitronensaft pur angeboten, und Kimchi isst bei uns bisher nur ich, aber den Beeren-Smoothie nennt die Kleine inzwischen ihre rosa Milch und fragt fast jeden Nachmittag danach, und die Joghurt-Bowl ist zu unserem gemeinsamen Ritual geworden, wenn wir nach der Kita zu dritt am Küchentisch sitzen und jeder seine eigenen Toppings darüberstreut.

Wenn du bisher wenig Fermentiertes isst, fang am besten klein an, mit ein, zwei Esslöffeln am Tag, denn manche Bäuche reagieren anfangs mit etwas Grummeln oder Blähungen, und das ist meistens kein Grund aufzuhören, sondern ein Zeichen, dass sich dein Bauch erst daran gewöhnen darf.

Klein anfangen

Ein bis zwei Esslöffel am Tag reichen für den Start, und dann langsam steigern.

Kalt genießen

Lebende Kulturen mögen keine Hitze, also erst nach dem Kochen unterrühren.

Etiketten lesen

Bei Sauerkraut auf frisch oder unpasteurisiert achten, bei Joghurt auf lebende Kulturen.

Abwechseln

Verschiedene fermentierte Lebensmittel bringen verschiedene Bakterien mit.

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Für dich, nicht nur für die Kinder

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Seit ich mir diese kleinen Snacks gönne, esse ich nicht mehr nur das, was die Kinder übrig lassen, sondern setze mich nachmittags für fünf Minuten hin, mit einer Schale, die ich mir selbst gemacht habe, und das allein hat für mich schon etwas verändert, weil es ein winziger Moment am Tag ist, in dem ich auch für mich sorge.

Ob mein Mikrobiom heute vielfältiger ist als vor einem Jahr, kann ich dir nicht sagen, aber ich fühle mich nachmittags weniger schwer, ich habe seltener diesen aufgeblähten Bauch und ich habe das Gefühl, dass ich mir selbst wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenke, und vielleicht ist genau das der schönste Nebeneffekt.

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Von Mama zu Mama, von Herzen,

deine Alin 💛

Quellen

Wastyk H.C. et al. (2021): Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status. Cell 184(16), 4137–4153.

Stanford Medicine News (12.07.2021): Fermented-food diet increases microbiome diversity, decreases inflammatory proteins.

Hill C. et al. (2014): Expert consensus document: The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics consensus statement on the scope and appropriate use of the term probiotic. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology 11, 506–514.

Gibson G.R. et al. (2017): Expert consensus document: The ISAPP consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology 14, 491–502.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Verbrauchertipps zum Schutz vor Listeriose, besonders für Schwangere.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Bauchbeschwerden lass die Ursache bitte ärztlich abklären.

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