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Wenn der Körper nicht mehr runterfährt

Was Cortisol mit deiner Erschöpfung zu tun hat, wann du zum Arzt solltest und welche kleinen, ganzheitlichen Schritte dein Nervensystem wirklich entlasten.

Es war ein ganz normaler Dienstagabend, die Kinder schliefen endlich, ich saß auf dem Sofa und hätte eigentlich müde sein müssen, so müde, wie ich mich den ganzen Tag gefühlt hatte, aber mein Herz klopfte, als wäre ich gerade eine Treppe hochgerannt, meine Gedanken sprangen zwischen Kita-Liste, Wäschebergen und einer unbeantworteten Nachricht hin und her, und als ich mich später ins Bett gelegt habe, lag ich wach bis kurz nach eins, nur um um halb fünf wieder hellwach zu sein, mit diesem vertrauten Gefühl im Bauch, als hätte ich etwas Wichtiges vergessen.

Am nächsten Morgen habe ich, wie so oft, zwei Kaffee auf leeren Magen getrunken, das Frühstück der Kinder gemacht, mein eigenes vergessen und mich gegen elf gefragt, warum ich so zittrig und gereizt bin, und erst viel später habe ich verstanden, dass mein Körper in dieser Zeit nicht faul oder kaputt war, sondern einfach nicht mehr aus dem Alarmmodus herausgefunden hat.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, müde und gleichzeitig aufgedreht zu sein, erschöpft und trotzdem nicht in den Schlaf zu finden, und vielleicht bist du beim Suchen nach Antworten auch schon über das Wort Cortisol gestolpert, das gerade überall auftaucht, und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen, ehrlich, ganzheitlich und ohne Panikmache.

Erst ein Glas Wasser und ein tiefer Atemzug, dann der Kaffee.

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Ein Hormon, das du brauchst

Was ist Cortisol überhaupt?

Cortisol wird in deinen Nebennieren gebildet und wird oft als Stresshormon bezeichnet, was aber nur die halbe Wahrheit ist, denn dein Körper braucht Cortisol jeden einzelnen Tag, es hilft dir, morgens wach zu werden, reguliert deinen Blutzucker, deinen Blutdruck und dein Immunsystem und sorgt dafür, dass du in herausfordernden Momenten die Energie hast, die du brauchst.

Normalerweise folgt Cortisol einem schönen, natürlichen Rhythmus, es steigt in der zweiten Nachthälfte an, erreicht kurz nach dem Aufwachen seinen Höhepunkt und sinkt dann über den Tag langsam ab, damit du abends zur Ruhe kommen kannst, und genau dieser Rhythmus kann bei Mamas, die über Monate oder Jahre unter Dauerstrom stehen, ganz schön durcheinandergeraten.

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Was die Forschung sagt

Unmittelbar nach dem Aufwachen steigt der Cortisolspiegel bei den meisten Menschen deutlich an und erreicht etwa 30 bis 45 Minuten später seinen Höchststand. Fachleute nennen das die Cortisol-Aufwachreaktion. Schlafmangel, Koffein und anhaltender Stress können diesen Tagesrhythmus verändern, zum Beispiel so, dass der Spiegel abends nicht mehr richtig absinkt.

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Dauerstrom statt Stressspitze

Warum sich so viele Mamas darin wiederfinden

Unser Körper ist eigentlich dafür gemacht, mit kurzen Stressspitzen umzugehen, mit einem Moment der Gefahr, auf den eine Phase der Ruhe folgt, aber der Mama-Alltag besteht oft aus hundert kleinen Stressmomenten am Tag, aus unterbrochenen Nächten, Lärm, ständiger Verantwortung und dieser leisen Liste im Kopf, die niemals fertig wird, und eine echte Ruhephase dazwischen gibt es kaum.

Die Folge sind Beschwerden, die so viele von uns kennen, Unruhe, schlechter Schlaf, Gereiztheit, Heißhunger am Nachmittag, Energielöcher, Konzentrationsprobleme und dieses Gefühl, abends einfach nicht abschalten zu können, und auch wenn diese Anzeichen nicht beweisen, dass dein Cortisol zu hoch ist, zeigen sie doch, dass dein System gerade mehr trägt, als ihm guttut.

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Dein Körper ist nicht kaputt. Er versucht, dich durch eine Zeit zu tragen, die zu viel ist.

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Ehrlich und wichtig

Wann du bitte nicht nur abwartest

Bei all den Social-Media-Videos zu Cortisol-Detox, Nebennierenschwäche und Cortisol-Bauch ist es mir ganz wichtig, eine Sache klar zu sagen: Es gibt echte Erkrankungen, bei denen der Cortisolspiegel krankhaft zu hoch oder zu niedrig ist, und die gehören in ärztliche Hände und nicht in eine Instagram-Routine.

Zu viel Cortisol

Zum Beispiel beim Cushing-Syndrom: starke Gewichtszunahme vor allem am Bauch, ein runderes Gesicht, dünne Haut, schnell blaue Flecken, Muskelschwäche und hoher Blutdruck.

Zu wenig Cortisol

Zum Beispiel bei einer Nebenniereninsuffizienz: starke Erschöpfung, ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, niedriger Blutdruck, Schwindel und Übelkeit.

Bitte beachten

Wenn du mehrere dieser Anzeichen bei dir bemerkst, lass dich bitte ärztlich untersuchen, auch Schilddrüse, Eisen und Vitamin D lohnen sich zu prüfen. Bei plötzlicher starker Schwäche, Kreislaufproblemen, Ohnmacht, starken Bauchschmerzen oder Erbrechen ruf sofort den Notruf 112.

Die sogenannte Nebennierenschwäche, von der man im Internet so oft liest, ist übrigens keine anerkannte Diagnose, und das heißt nicht, dass deine Erschöpfung nicht echt ist, sondern nur, dass die Ursache woanders liegen kann und es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

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Ganzheitlich und alltagstauglich

Sechs Schritte, die dein System entlasten

Für alle anderen, für die vielen Mamas, die einfach im Dauerstress feststecken, habe ich sechs kleine Schritte gesammelt, die mir selbst geholfen haben, und keiner davon kostet viel Zeit oder Geld, sie brauchen nur ein bisschen Wohlwollen dir selbst gegenüber.

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Regelmäßig essen

Ein Frühstück mit Eiweiß, Fett und Ballaststoffen, zum Beispiel Joghurt mit Nüssen und Beeren oder Eier mit Gemüse, hält deinen Blutzucker stabil und erspart dir das Zittern am Vormittag.

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Erst Wasser, dann Kaffee

Ein großes Glas Wasser nach dem Aufstehen und der Kaffee erst zum oder nach dem Frühstück. Du musst nicht auf Kaffee verzichten, nur nicht auf leeren Magen.

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Morgenlicht

Fünf bis zehn Minuten Tageslicht nach dem Aufstehen, auf dem Balkon, am offenen Fenster oder auf dem Weg zur Kita, helfen deiner inneren Uhr, sich zu sortieren.

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Echte Mini-Pausen

Drei tiefe Atemzüge am offenen Fenster, zwei Minuten mit geschlossenen Augen, ein Tee ohne Handy. Klein, aber regelmäßig.

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Schlaf wieder ernst nehmen

Weniger Bildschirm am Abend, weniger To-dos nach 21 Uhr und an manchen Tagen einfach mit den Kindern ins Bett gehen.

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Weniger Reize

Weniger Hintergrundgeräusche, weniger Push-Nachrichten, weniger Perfektion. Manchmal heilt Weglassen mehr als jede neue Routine.

Ich weiß, Kaffee ist für viele von uns heilig, für mich auch, und ich will ihn dir ganz sicher nicht wegnehmen, aber seit ich ihn nicht mehr auf leeren Magen trinke und vorher ein großes Glas Wasser leere, sind meine Vormittage spürbar ruhiger geworden, und dieses Zittern gegen elf ist fast verschwunden.

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Mein kleiner Übergang

Wie ich abends wieder runterkomme

Was mir am meisten geholfen hat, war ein bewusster Übergang zwischen dem Tag mit den Kindern und dem Abend für mich, denn früher bin ich direkt vom letzten Gute-Nacht-Kuss in die Küche gestürzt, habe aufgeräumt, die Wäsche angeworfen, Nachrichten beantwortet und mich dann gewundert, warum mein Körper um elf noch auf Hochtouren lief.

Heute zünde ich, sobald die Kinder schlafen, eine Kerze an, mache mir einen Tee und setze mich für zehn Minuten hin, ohne Handy und ohne etwas zu erledigen, und erst danach entscheide ich, ob ich noch etwas tun möchte oder ob die Küche heute einfach so bleiben darf, wie sie ist. Das klingt so klein, aber diese zehn Minuten sind für meinen Körper wie ein Signal, dass die Gefahr vorbei ist und er loslassen darf, und an den meisten Abenden schlafe ich seitdem deutlich leichter ein.

Wenn du Lust auf mehr solcher kleinen Inseln hast, findest du in meinem Beitrag über sanfte Morgen- und Abendrituale noch viele weitere Ideen, die sich ganz leicht in einen vollen Familienalltag einbauen lassen.

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Basis statt Wunderkapsel

Nahrungsergänzung, ganzheitlich gedacht

Ich glaube nicht an die eine Wunderkapsel, die deinen Cortisolspiegel repariert, und ich bin skeptisch, wenn jemand dir genau das verspricht, aber es gibt ein paar Basics, die viele Mamas sinnvoll finden, weil ein Mangel an ihnen Müdigkeit und Erschöpfung verstärken kann, und die ich dir deshalb gern zeige.

Was wir zu Hause nutzen

Vitamin D3 und K2: wichtig für Knochen, Muskeln und Immunsystem, gerade in den dunklen Monaten. Hier findest du unsere Tropfen*.

Magnesium: unterstützt Muskeln und Nerven, viele nehmen es gern als Abendritual. Direkt zu den Magnesiumkapseln*.

Omega-3: eine gute Grundversorgung, wenn du selten Fisch isst. Die Omega-3-Tropfen, die meine Familie und ich nutzen*.

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Was die Forschung sagt

Von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland kaum aus, damit die Haut genug Vitamin D bildet. Lass deinen Wert am besten einmal bestimmen, bevor du hoch dosierst. Für Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung höchstens 250 mg am Tag zusätzlich zur Ernährung. Und ganz wichtig: Keines dieser Mittel ist eine Behandlung für Cortisol-Störungen, sie ersetzen keine Diagnose.

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Du musst dich nicht optimieren

Was mir an diesem Thema wirklich wichtig ist

Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann dass mein Nervensystem nicht noch mehr Optimierung braucht, nicht noch eine Routine, die ich perfekt einhalten muss, und nicht noch einen Plan, an dem ich scheitern kann, sondern vor allem eines, nämlich Entlastung, echte, spürbare Entlastung im Alltag.

Und Entlastung beginnt oft nicht beim Supplement, sondern bei der Frage, wo im Alltag so viel Energie verloren geht, wo Dinge doppelt und dreifach erledigt werden, wo Suchen, Hinterherräumen und ständiges Mitdenken dich jeden Tag ein kleines Stück mehr auslaugen, als du es eigentlich merkst.

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Genau dafür habe ich meinen Zeitrechner entwickelt. In ein paar Minuten siehst du schwarz auf weiß, wie viele Stunden im Jahr dir im Familienalltag verloren gehen, welcher Chaos-Typ du bist und mit welchem ersten kleinen Schritt du dir Zeit und damit auch ein Stück Ruhe zurückholst.

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Ich wünsche dir, dass du heute Abend nicht noch eine Sache erledigst, sondern eine Sache weglässt, und dass du dir erlaubst, deinem Körper zuzuhören, statt ihn anzutreiben, denn er arbeitet schon so lange so hart für dich und deine Familie, und er hat es verdient, dass du ihm ein bisschen Ruhe schenkst.

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Von Mama zu Mama, von Herzen,

deine Alin 💛

Quellen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für Vitamin D.

National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements: Magnesium Fact Sheet.

Transparenz-Hinweis: Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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