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Kleine Inseln für dich

Sanfte Rituale für den Morgen und den Abend, die in einen echten Familienalltag passen, mit Kindern, Chaos und viel zu wenig Schlaf.

Früher bin ich morgens aufgewacht, weil mir jemand einen nassen Kuss auf die Wange gedrückt oder einen Fuß in den Rücken gerammt hat, und von dieser Sekunde an lief der Tag, Brotdosen, Socken suchen, Zähne putzen, wer hat meine Haarspange, wir kommen zu spät, und irgendwann gegen Mittag ist mir aufgefallen, dass ich noch nicht einmal einen Schluck Wasser getrunken hatte, geschweige denn einen Moment für mich, und abends war es nicht anders, nur dass ich da einfach erschöpft aufs Sofa gefallen bin und durch mein Handy gescrollt habe, bis mir die Augen zufielen.

Ich habe lange gedacht, Selbstfürsorge sei etwas für Frauen mit mehr Zeit, mehr Geld oder weniger Kindern, etwas mit Wellnesswochenende und Yogamatte, und erst viel später habe ich verstanden, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht, nämlich um kleine Inseln im Alltag, ein paar Minuten am Morgen und ein paar Minuten am Abend, in denen ich wieder bei mir ankomme, bevor ich mich um alle anderen kümmere.

Diese Inseln möchte ich dir heute zeigen, nicht als perfekte Routine, die du ab morgen jeden Tag einhalten musst, sondern als Einladung, dir das herauszusuchen, was sich für dich gut anfühlt.

1

Du bist nicht die Letzte in der Reihe

Warum Selbstfürsorge kein Luxus ist

Wir Mamas stellen uns so oft hinten an, dass es uns gar nicht mehr auffällt, wir essen die Reste vom Kinderteller, trinken den kalten Kaffee und verschieben unsere eigenen Bedürfnisse auf irgendwann, auf später, wenn die Kinder größer sind, und dieses Irgendwann kommt erstaunlich selten.

Dabei geht es bei Selbstfürsorge nicht darum, egoistisch zu sein, sondern darum, dass wir nur das weitergeben können, was wir selbst haben, Geduld, Wärme, Ruhe, und wer selbst ständig leer läuft, hat irgendwann nichts mehr, was er geben kann, so sehr er es auch möchte.

~ ❀ ~

Ein paar Minuten für dich sind keine Zeit, die du deiner Familie wegnimmst. Es ist Zeit, die du ihr schenkst.

2

Weich in den Tag starten

Meine Morgenrituale

Ich weiß, dass Morgenrituale mit kleinen Kindern manchmal wie ein Witz klingen, und ich habe auch nicht jeden Tag die Chance dazu, aber wann immer es geht, stehe ich zehn oder fünfzehn Minuten vor den Kindern auf, und diese Minuten haben meinen ganzen Tag verändert.

2 Minuten

Ankommen, bevor der Tag beginnt

Bevor ich irgendetwas anderes tue, stelle ich mich mit einer Tasse Tee ans Fenster, schaue hinaus und atme ein paar Mal bewusst. Mein Lieblingstee am Morgen ist ein Bio-Frauentee mit Melisse und Frauenmantel, den ich dir hier verlinkt habe*.

3 Minuten

Morgenpflege als Berührung

Statt die Creme im Vorbeigehen ins Gesicht zu klatschen, nehme ich mir drei Minuten und streiche sie mit langsamen Bewegungen ein. Ich mag die Produkte von WELEDA, zum Beispiel diese milde Reinigung*, das WELEDA Gesichtsöl* und diese Tagescreme*.

3 Minuten

Gua Sha

Ein paar Tropfen Öl, ein glatter Stein und langsame Bewegungen vom Kinn zum Ohr und von der Stirn zu den Schläfen. Ob es den Lymphfluss anregt, ist wissenschaftlich kaum untersucht, aber es fühlt sich an wie eine kleine Massage, und genau das brauche ich morgens. Meinen schlichten Gua-Sha-Stein habe ich hier gefunden*.

1 Minute

Drei Sätze für den Tag

Leise oder in Gedanken sage ich mir drei Sätze, bevor die Tür zum Kinderzimmer aufgeht: „Ich darf heute freundlich mit mir sein.“ „Ich bin genug, auch wenn nicht alles klappt.“ „Ich darf mir Pausen nehmen.“

3

Und das wird er

Wenn der Morgen trotzdem chaotisch wird

Es gibt Morgen, an denen ich um sechs von einem weinenden Kind geweckt werde, an denen der Tee kalt wird, bevor ich den ersten Schluck nehme, und an denen ich mit Zahnpasta auf dem Pullover aus dem Haus renne, und an solchen Tagen lasse ich jede Routine los und versuche nur eine einzige Sache, nämlich nicht auch noch mit mir selbst zu schimpfen.

Was an solchen Morgen trotzdem hilft, ist ein Duft, ein paar Tropfen ätherisches Öl im Diffuser, die die Küche in etwas Freundliches verwandeln, während um mich herum das Chaos tobt. Die Duftmischung, die wir gern nutzen* riecht frisch nach Zitrus, und falls du noch keinen Diffuser hast, kannst du dir diesen hier anschauen*.

4

Vom Funktionieren ins Sein

Meine Abendrituale

Der Abend ist bei mir die wichtigere Insel, weil ich sonst den ganzen Tag mit ins Bett nehme, und das Wichtigste ist ein bewusster Übergang, ein kleines Zeichen für meinen Körper, dass der Tag jetzt vorbei ist und er nicht mehr in Alarmbereitschaft sein muss.

Sobald die Kinder schlafen

Eine Kerze anzünden

Das ist mein Startsignal. Ich mache das große Licht aus, zünde eine Kerze an und atme einmal tief durch, bevor ich irgendetwas anderes tue. Meine Lieblingskerzen sind diese aus Bienenwachs*.

5 Minuten

Abendpflege, nährend und langsam

Abends darf es reichhaltiger sein, ein Mandelöl für das Gesicht*, eine beruhigende Nachtpflege* oder eine reichhaltige Naturcreme* für Hände und Ellenbogen, aufgetragen mit langen, streichenden Bewegungen.

10 Minuten

Verspannungen lösen

Mein Nacken trägt den ganzen Tag, Kinder, Taschen und Sorgen. Ein paar Minuten mit dem Massagegerät auf dem Sofa lösen so viel, und es braucht keinen Termin und keinen Babysitter. Mein Massagegerät habe ich hier gefunden*.

10 bis 15 Minuten

Wärme mit der Rotlichtlampe

An kalten Abenden setze ich mich gern für ein paar Minuten vor meine Rotlichtlampe, mit einem Tee oder einfach in Stille. Die Wärme fühlt sich an wie eine Umarmung für meinen Rücken. So eine Lampe gibt es übrigens oft auch günstig bei LIDL oder ALDI.

Zum Schluss

Ein Abendtee und Gedanken loslassen

Ein warmer Tee mit Lavendel, Passionsblume oder Melisse, und dazu schreibe ich manchmal auf einen Zettel, was mir noch im Kopf herumgeht, damit es nicht mit ins Bett kommt. Meinen Abendtee verlinke ich dir hier*.

5

Selbstfürsorge muss nicht allein sein

Rituale, die du mit deinen Kindern teilst

Eine Sache, die ich erst beim zweiten Kind entdeckt habe, ist, dass manche Rituale gar nicht ohne Kinder stattfinden müssen, sondern dass sie sogar schöner werden, wenn die Kleinen dabei sind, und dass Kinder ein unglaublich feines Gespür dafür haben, wenn Mama sich gerade etwas Gutes tut.

Morgens trinken meine Kinder und ich manchmal zusammen „Fenstertee“, sie bekommen warmes Wasser mit einem Spritzer Apfelsaft in ihrer Lieblingstasse, und wir schauen zu dritt nach draußen und erzählen uns, was wir sehen, einen Vogel, eine Wolke, die aussieht wie ein Hund, den Nachbarn im Bademantel. Abends darf mein großes Kind die Kerze anzünden, natürlich mit mir zusammen, und es ist zu seinem kleinen Zeichen geworden, dass jetzt die ruhige Zeit beginnt.

Und beim Eincremen nach dem Baden massiere ich nicht nur die Kinder, sondern sie mich auch, mit kleinen, ungeschickten Händen und ganz viel Ernst, und ich verspreche dir, es gibt kaum eine schönere Gesichtsmassage als die eines Dreijährigen, der dabei hochkonzentriert die Zunge zwischen die Lippen schiebt.

6

Fünf Minuten reichen

Mein Notfall-Plan für sehr volle Tage

Wenn wirklich keine Zeit ist

Die Mini-Version für jeden Tag

1 Glas Wasser

bevor du irgendetwas anderes tust

3 Atemzüge

am offenen Fenster, ganz langsam aus

1 Satz

„Ich darf heute freundlich mit mir sein.“

1 Kerze

am Abend, als Zeichen für Feierabend

7

Auch das ist Selbstfürsorge

Wenn gar nichts davon klappt

Es gibt Abende, an denen ich nicht einmal die Kerze schaffe, weil ich beim Einschlafbegleiten selbst eingeschlafen bin oder weil ein Kind krank ist und ich die halbe Nacht auf dem Boden neben seinem Bett verbringe, und früher habe ich mich an solchen Tagen zusätzlich schlecht gefühlt, weil ich meine Rituale nicht geschafft habe.

Heute weiß ich, dass Selbstfürsorge manchmal auch heißt, etwas nicht zu tun, die Küche liegen zu lassen, um neun ins Bett zu gehen oder einfach nur zu akzeptieren, dass heute so ein Tag ist, und dass die Rituale morgen oder übermorgen wieder auf mich warten, ohne mir böse zu sein.

8

Wo sie eigentlich bleibt

Zeit für dich finden

Vielleicht denkst du jetzt, dass das alles schön klingt, du aber einfach keine zehn Minuten am Tag übrig hast, und genau dieses Gefühl kenne ich so gut, und gleichzeitig habe ich irgendwann gemerkt, wie viel Zeit mir jeden Tag zwischen Suchen, Hinterherräumen und Dingen, die ich dreimal anfasse, einfach durch die Finger rutscht.

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In ein paar Minuten siehst du schwarz auf weiß, wie viele Stunden im Jahr dir im Familienalltag verloren gehen, welcher Chaos-Typ du bist und mit welchem ersten kleinen Schritt du dir die Zeit für deine eigenen kleinen Inseln zurückholst.

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Selbstfürsorge ist kein Konzept, das du perfekt umsetzen musst, sie ist eine Haltung, ein leises Ja zu dir selbst, jeden Tag ein kleines bisschen, und ich wünsche dir, dass du heute Abend eine Kerze anzündest, dich für einen Moment hinsetzt und dir selbst sagst, dass du heute genug getan hast, denn das hast du.

~ ❀ ~

Von Mama zu Mama, von Herzen,

deine Alin 💛

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