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Es gibt Tage, an denen ich schon morgens beim ersten Blick in die Küche merke, dass mir alles zu viel ist, obwohl eigentlich gar nichts Besonderes passiert ist, nur das Frühstücksgeschirr von gestern Abend, die Brotdosen, die noch gepackt werden müssen, ein Wäschekorb, der seit drei Tagen darauf wartet, zusammengelegt zu werden, und mittendrin zwei Kinder, die gleichzeitig etwas von mir wollen.

Vielleicht kennst du solche Tage auch, an denen sich nicht ein einzelner Moment schwer anfühlt, sondern alles zusammen, an denen du gereizt bist, ohne genau zu wissen warum, an denen deine Geduld schon um neun Uhr aufgebraucht ist und an denen dir selbst kleine Aufgaben plötzlich riesig vorkommen. Dann möchte ich dir heute erzählen, wie ich gelernt habe, an genau solchen Tagen ein bisschen sanfter mit mir und mit meinem Zuhause umzugehen.

Wenn sich alles summiert

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Das Schwierige am Mama-Alltag ist ja nicht, dass eine einzelne Aufgabe unlösbar wäre, denn eine Spülmaschine ausräumen, ein Pausenbrot schmieren oder einen Berg Spielzeug wegräumen schafft jede von uns, sondern dass all diese Dinge gleichzeitig passieren, ohne Pause, ohne Ende und meistens mit einem Kind auf dem Arm oder einer Frage im Ohr.

Dazu kommen die vielen Dinge, die niemand sieht, weil sie nur in unserem Kopf stattfinden, der Arzttermin, der noch vereinbart werden muss, die Geburtstagseinladung, auf die man antworten sollte, die Gummistiefel, die zu klein geworden sind, und die Frage, was es heute Abend eigentlich zu essen gibt. All das trägt man mit sich herum, Tag für Tag, und irgendwann ist der Kopf so voll, dass für die eigenen Bedürfnisse kaum noch Platz bleibt.

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass meine Gereiztheit an solchen Tagen nichts mit fehlender Liebe oder schlechter Laune zu tun hatte, sondern einfach damit, dass ich zu viel auf einmal getragen habe, und dass mein Zuhause mir das jeden Tag gespiegelt hat, mit jeder offenen Schublade und jedem Teil, das nicht an seinem Platz lag.

„Mein Zuhause hat mir jeden Tag gezeigt,
wie voll mein Kopf war.“

Überforderung zeigt sich oft im Außen

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Was ich damals noch nicht verstanden habe, ist, dass Überforderung sich selten als großer Zusammenbruch zeigt, sondern viel öfter ganz leise im Außen, in einer Wohnung, die sich nie fertig anfühlt, in Stapeln, die wachsen, obwohl man ständig aufräumt, und in diesem Gefühl, immer einen Schritt hinterherzulaufen, egal wie früh man aufsteht.

Ich habe an solchen Tagen oft gedacht, dass ich einfach nur besser organisiert sein müsste, und habe mich dafür verurteilt, dass ich es nicht bin. Dabei hat mein Zuhause nur sichtbar gemacht, was in mir los war, nämlich dass ich zu viele Dinge gleichzeitig getragen habe und keine Hand mehr frei war, um noch etwas Neues anzufassen.

Und meine Kinder haben das gespürt, auch wenn ich versucht habe, es zu verstecken, denn wenn ich innerlich voll bin, werde ich ungeduldiger, höre weniger zu und antworte mit einem „Gleich“, das dann doch nie kommt. Das zu erkennen hat wehgetan, aber es war auch der Moment, in dem ich verstanden habe, dass es hier gar nicht um saubere Fenster geht, sondern darum, dass ich wieder Luft zum Atmen brauche, für mich und für meine Familie.

Vielleicht ist das auch bei dir so, und vielleicht ist das Durcheinander in deiner Wohnung gar kein Zeichen von Faulheit oder fehlender Struktur, sondern einfach ein ehrliches Spiegelbild davon, wie viel du gerade trägst, und das verdient keinen Vorwurf, sondern ganz viel Verständnis.

Mein Putzplan am Kühlschrank

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Als es mir irgendwann zu viel wurde, habe ich gemacht, was viele von uns machen, wenn sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren, ich habe mir einen Plan gemacht. Einen richtig schönen sogar, ausgedruckt, mit Farben und Kästchen zum Abhaken, für jeden Wochentag ein Raum, montags das Bad, dienstags die Küche, mittwochs die Böden und so weiter, und ich habe ihn voller Hoffnung an den Kühlschrank geklebt.

In der ersten Woche hat es tatsächlich funktioniert, und ich war ziemlich stolz auf mich. In der zweiten Woche wurde ein Kind krank, und der Mittwoch ist einfach ausgefallen. In der dritten Woche hatte ich schon am Montag keine Kraft mehr für das Bad, und am Ende hing dieser Plan nur noch da, um mich jeden Morgen daran zu erinnern, was ich alles nicht geschafft hatte.

Ich weiß noch, wie ich ihn irgendwann abgenommen habe, mit einem Gefühl, das irgendwo zwischen Erleichterung und Scham lag, weil ich dachte, dass andere Mamas so etwas doch auch hinbekommen, und dass es wohl an mir liegen muss, wenn es bei mir nicht klappt.

Heute weiß ich, dass es nicht an mir lag, sondern an dem Plan, denn er war für eine Frau gemacht, die jeden Tag gleich viel Energie hat, deren Kinder nie krank werden und deren Woche planbar verläuft, und diese Frau gibt es in meinem Leben einfach nicht.

Wenn Ordnung zusätzlichen Druck macht

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Viele von uns glauben, dass sie nur organisierter, disziplinierter oder konsequenter sein müssten, damit der Alltag endlich leichter wird, und genau deshalb greifen wir zu Putzplänen, festen Putztagen und perfekten Routinen aus dem Internet, die bei anderen so mühelos aussehen.

Aber starre Pläne passen nicht zu einem Leben mit Kindern, in dem kein Tag wie der andere ist, in dem es Tage voller Energie gibt und Tage, die einfach nur laut und anstrengend sind, und in dem eine schlechte Nacht reicht, um alles durcheinanderzubringen. Ein Plan, der das nicht berücksichtigt, wird schnell zu einer weiteren Stimme, die uns sagt, dass wir nicht genügen, und davon haben wir Mamas wirklich schon genug.

Kennst du diese Gedanken?

❀ „Wenn ich mich nur mehr anstrengen würde, wäre es hier ordentlich.“

❀ „Andere Mamas schaffen das doch auch.“

❀ „Ich räume den ganzen Tag auf und sehe trotzdem kein Ergebnis.“

❀ „Ich kann mich erst ausruhen, wenn alles erledigt ist.“

Keiner dieser Sätze stimmt, auch wenn sie sich an manchen Tagen sehr echt anfühlen.

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Ordnung ist kein Zeichen von Kontrolle

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Irgendwann habe ich angefangen, Ordnung ganz anders zu sehen, nicht mehr als Beweis dafür, dass ich alles im Griff habe, sondern als etwas, das mich entlasten darf. Im Familienalltag geht es nämlich gar nicht darum, dass alles perfekt aussieht, sondern darum, dass unser Kopf weniger Reize verarbeiten muss, dass wir weniger offene Baustellen sehen und dass wir nicht jeden Morgen wieder bei null anfangen.

Ordnung soll uns nicht antreiben, sie soll uns tragen, und das ist ein riesiger Unterschied, den ich am eigenen Leib gespürt habe, als ich aufgehört habe, ein perfektes Zuhause anzustreben, und stattdessen angefangen habe, mir die Frage zu stellen, was mir heute eigentlich gerade helfen würde.

Manchmal ist die Antwort darauf eine freie Arbeitsfläche, damit ich in Ruhe kochen kann, manchmal ist es ein leerer Boden im Wohnzimmer, damit ich abends nicht über Bausteine stolpere, und manchmal ist es einfach nur die Erlaubnis, heute gar nichts mehr zu machen, weil der Tag schon genug war.

Ordnung darf sich deiner Energie anpassen

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Was mir am meisten geholfen hat, war der Gedanke, dass Ordnung nicht jeden Tag gleich aussehen muss, sondern sich danach richten darf, wie viel Kraft ich gerade habe, und seitdem frage ich mich morgens nicht mehr, was ich heute alles schaffen muss, sondern wie voll mein Akku eigentlich ist.

Ordnung nach Akku

So passe ich meinen Tag an meine Kraft an

🌿 Akku voll: Dann mache ich gerne ein bisschen mehr, räume eine Schublade aus, wische die Fenster im Kinderzimmer oder sortiere die zu kleinen Kleider aus, und freue mich über den Schwung, ohne ihn von mir für jeden Tag zu erwarten.

🌾 Akku halb: Dann kümmere ich mich nur um das, was den nächsten Morgen leichter macht, also die Küche einmal grob aufräumen und die Sachen für den nächsten Tag bereitlegen, und alles andere darf warten.

🍂 Akku leer: Dann gibt es nur ein Minimum, ein freier Boden und eine Küche, in der man morgens Frühstück machen kann, und alles darüber hinaus ist ein Geschenk und keine Pflicht.

Dieses kleine Umdenken hat so viel Druck aus meinem Alltag genommen, weil es an den schweren Tagen nicht mehr heißt, dass ich versagt habe, sondern einfach nur, dass heute ein leerer-Akku-Tag war, und dass ich trotzdem genau das gemacht habe, was wichtig war.

Kleine Anker statt großer Pläne

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Statt eines großen Plans habe ich heute ein paar kleine Anker, die meinem Tag Halt geben, ohne mich unter Druck zu setzen. Einer davon ist der Übergang vom Abend in den Morgen, denn ich habe gemerkt, dass fünf Minuten am Abend mir am nächsten Morgen oft eine halbe Stunde Stress ersparen, wenn die Brotdosen schon bereitstehen, die Kleidung für die Kinder rausgelegt ist und die Küche nicht mehr nach gestern aussieht.

Ein anderer Anker sind die kleinen Momente zwischendurch, in denen ich nicht mehr versuche, alles auf einmal zu erledigen, sondern bewusst entscheide, was gerade warten darf. Nicht alles ist gleich dringend, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, und es ist erstaunlich, wie viel leichter der Tag wird, wenn ich mir erlaube, die Wäsche einfach mal einen Tag länger im Korb liegen zu lassen.

Und der wichtigste Anker ist vielleicht der Gedanke, dass „gut genug“ wirklich genug ist, denn mein Zuhause muss nicht aussehen wie aus einem Katalog, es muss nur ein Ort sein, an dem meine Familie und ich uns wohlfühlen und an dem ich abends auch mal durchatmen kann.

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Wenn das Chaos vor allem im Kopf ist

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Manchmal ist das Chaos gar nicht so groß, wie es sich anfühlt, und trotzdem kommt der Kopf nicht zur Ruhe, weil sich alles offen und unerledigt anfühlt, weil nichts so richtig abgeschlossen ist und weil man das Gefühl hat, ständig hinterherzulaufen.

Mir hilft es in solchen Momenten, mir einmal ehrlich anzuschauen, wohin meine Zeit eigentlich geht, denn oft sind es gar nicht die großen Aufgaben, die mich so erschöpfen, sondern die vielen kleinen Minuten, die im Suchen, im Hinterherräumen und im Immer-wieder-von-vorne-Anfangen verschwinden, ohne dass ich es überhaupt bemerke.

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Mein Geschenk für dich

Finde heraus, wohin deine Zeit verschwindet

Genau für diese Momente habe ich meinen Mama Zeitrechner gemacht, denn als ich das erste Mal aufgeschrieben habe, wie viele Minuten jeden Tag im Chaos verloren gehen, und das dann aufs Jahr hochgerechnet habe, konnte ich kaum glauben, wie viele Stunden da zusammenkommen.

Mit dem Zeitrechner siehst du in wenigen Minuten, wie viel Zeit dich die Unordnung wirklich kostet. In einem kleinen Quiz findest du heraus, welcher Chaos-Typ du bist, ob eher die Nie-fertig-Mama, die Wochenend-Retterin oder die Hinterherräumerin, und du bekommst für deinen Typ einen ersten sanften Schritt, der ganz ohne Putzplan auskommt.

Er ist kostenlos und ohne Verpflichtung, einfach als kleine Hilfe für die Tage, an denen dir alles zu viel ist.

Mama Zeitrechner gratis holen

Zum Schluss, von mir zu dir

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Wenn du dich gerade überfordert fühlst, dann liegt das nicht daran, dass du etwas falsch machst oder zu wenig Disziplin hast, sondern daran, dass deine Aufgabe als Mama unglaublich viel von dir verlangt und deine Kraft, wie die von jedem Menschen, nun mal begrenzt ist.

Ordnung muss keine weitere Anforderung in deinem Leben sein, die du erfüllen musst, um dich gut zu fühlen. Sie darf leise sein, sie darf sich nach dir richten und sie darf dich entlasten, in deinem Tempo und auf deine Weise, und an manchen Tagen darf sie auch einfach mal Pause machen, so wie du.

Vielleicht nimmst du dir heute Abend nur eine einzige kleine Sache vor, die deinen Morgen leichter macht, und lässt den Rest bewusst liegen, nicht weil du es nicht schaffst, sondern weil du dich selbst gerade wichtiger nimmst als den Wäscheberg.

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Du musst nicht alles schaffen. Du darfst einfach gut genug sein, und das bist du schon längst.

Von Herzen, deine Alin 💛

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