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Es ist kurz nach sieben am Abend, die Nudeln vom Mittag kleben noch im Topf, irgendwo im Flur liegt ein einzelner Socken, von dem niemand weiß, wem er gehört, im Wohnzimmer hat sich eine Landschaft aus Bausteinen, Büchern und halb ausgezogenen Pullovern ausgebreitet, und während eines meiner Kinder zum dritten Mal nach etwas zu trinken fragt und das andere sich weigert, den Schlafanzug anzuziehen, merke ich, wie sich in meiner Brust etwas zusammenzieht, das ich lange nicht benennen konnte.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, wenn alles gleichzeitig auf dich einredet, die Unordnung, die Stimmen, die Liste im Kopf, und du eigentlich nur kurz die Augen schließen möchtest, aber genau weißt, dass das gerade nicht geht, weil da noch so viel ist, was auf dich wartet. Wenn ja, dann ist dieser Text für dich, und ich möchte dich einladen, dir für die nächsten Minuten einen Tee zu nehmen und einfach mal nicht zu funktionieren.

Wenn der Alltag zu laut wird

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Lange habe ich geglaubt, dass Stress etwas mit großen Dingen zu tun haben muss, mit Krisen, mit Streit, mit schlechten Nachrichten oder mit Wochen, in denen einfach alles schiefgeht, und deshalb habe ich mir selbst nicht erlaubt, mich gestresst zu fühlen, wenn doch eigentlich „nichts“ passiert war.

Aber in Wahrheit war es nie das eine große Ding, das mich an meine Grenzen gebracht hat, sondern die Summe aus hundert kleinen Dingen, die sich über den Tag verteilen und abends so schwer auf meinen Schultern liegen, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, warum ich so erschöpft bin. Es ist die Küche, die ich morgens aufräume und die mittags wieder aussieht, als hätte nie jemand Hand angelegt, es sind die Spielsachen, die ich zum gefühlt hundertsten Mal vom Boden aufhebe, es ist die Wäsche, die sich auf dem Stuhl im Schlafzimmer stapelt und mich jedes Mal stumm anschaut, wenn ich daran vorbeigehe, und es ist dieses Gefühl, nie wirklich fertig zu werden, egal wie viel ich mache.

Dieses Nie-fertig-Werden ist vielleicht das Lauteste von allem, weil es nicht aufhört, wenn die Kinder schlafen, sondern sich abends auf das Sofa setzt, sich neben mich legt und mir ins Ohr flüstert, was morgen alles noch erledigt werden muss.

„Es war nie das eine große Ding.
Es waren die hundert kleinen.“

Der Abend, an dem ich im Badezimmer saß

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Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ich mich nach dem Zubettbringen ins Badezimmer gesetzt habe, einfach auf den Rand der Badewanne, mit dem Handy in der Hand, ohne wirklich etwas darauf anzuschauen, und plötzlich liefen mir die Tränen, ohne dass ich hätte sagen können, warum genau.

Es war kein schlimmer Tag gewesen, niemand war krank, niemand hatte sich verletzt, und trotzdem war ich so leer, so ausgelaugt und so weit weg von mir selbst, dass ich mich gefragt habe, wann ich eigentlich das letzte Mal etwas nur für mich getan hatte, ohne dabei nebenbei an die Spülmaschine, an den Einkauf oder an den Elternbrief für die Kita zu denken.

Vielleicht ist das der Moment, den viele von uns kennen, aber kaum jemand laut ausspricht, weil man ja nicht undankbar wirken möchte, weil man die eigenen Kinder über alles liebt und weil man doch eigentlich glücklich sein sollte, und genau dieses „sollte“ macht es manchmal noch schwerer, weil zur Erschöpfung auch noch das schlechte Gewissen kommt.

Ich habe an diesem Abend nicht sofort eine Lösung gefunden, aber ich habe mir zum ersten Mal ehrlich eingestanden, dass es so nicht weitergehen kann, und dass es nicht daran liegt, dass ich zu schwach oder zu unorganisiert bin, sondern daran, dass ich versucht habe, alles allein und alles gleichzeitig zu tragen.

Wenn Überforderung sich normal anfühlt

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Das Tückische an dieser Art von Überforderung ist, dass sie sich irgendwann ganz normal anfühlt, weil sie nicht wie eine Welle über uns hereinbricht, sondern sich langsam einschleicht, Tag für Tag, Woche für Woche, bis wir vergessen haben, wie es sich anfühlt, wirklich entspannt zu sein.

Wir sagen dann Sätze wie „Das ist halt so mit kleinen Kindern“ oder „Das geht allen Mamas so“, und ja, vielleicht stimmt das sogar, aber nur weil etwas viele betrifft, heißt das noch lange nicht, dass wir es einfach aushalten müssen, bis die Kinder größer sind.

Erkennst du dich wieder?

❀ Du bist abends müde, aber kannst trotzdem nicht abschalten.

❀ Kleinigkeiten bringen dich schneller aus der Fassung als früher.

❀ Du wirst laut und schämst dich hinterher dafür.

❀ Du räumst ständig auf und hast trotzdem das Gefühl, es ist nie ordentlich.

❀ Du weißt gar nicht mehr genau, was dir eigentlich guttut.

Wenn du bei mehr als einem Punkt genickt hast, dann bist du nicht falsch, sondern schlicht überlastet, und das ist ein großer Unterschied.

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass meine Gereiztheit, meine Ungeduld mit den Kindern und dieses ständige Gefühl, unter Strom zu stehen, keine Charakterschwächen waren, sondern ganz einfach Signale meines Körpers, der mir sagen wollte, dass es zu viel ist, und dass ich ihm endlich zuhören sollte, statt ihn mit noch mehr Kaffee und noch mehr Durchhalten zum Schweigen zu bringen.

Wenn ich laut werde, obwohl ich es nicht will

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Es gibt einen Moment, über den ich lange nicht sprechen wollte, weil ich mich so sehr dafür geschämt habe, und das ist der Moment, in dem ich laut werde. Meistens passiert es nicht bei etwas Großem, sondern bei einer Kleinigkeit, einem umgekippten Becher, einem „Nein“ beim Zähneputzen oder einem Streit unter Geschwistern, der zum zehnten Mal am Tag aufflammt, und plötzlich höre ich meine eigene Stimme viel schärfer, als ich es je wollte.

Danach kommt fast immer dieser Stich im Herzen, wenn ich in die erschrockenen Augen meines Kindes schaue, und dann die Gedanken, die sich bis in die Nacht ziehen, ob ich eine schlechte Mutter bin, ob ich etwas kaputtgemacht habe und warum ich mich nicht besser im Griff habe, obwohl ich doch alles über bedürfnisorientierte Erziehung gelesen habe.

Heute weiß ich, dass mein Lautwerden fast nie etwas mit meinem Kind zu tun hatte, sondern mit dem vollen Fass, das sich den ganzen Tag über gefüllt hatte, bis ein einziger Tropfen gereicht hat, um es überlaufen zu lassen. Das entschuldigt nichts, und ich entschuldige mich bei meinen Kindern, wenn es passiert, aber es hat mir geholfen, nicht mehr nur an mir selbst zu zweifeln, sondern zu schauen, wie ich das Fass gar nicht erst so voll werden lasse, und genau das hat mich zu den kleinen Veränderungen geführt, von denen ich dir gleich erzähle.

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Warum eine Auszeit allein nicht reicht

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Überall liest man, dass Mamas sich mehr Zeit für sich nehmen sollen, ein Bad, einen Spaziergang, einen Abend mit der Freundin, und all das ist wunderschön und wichtig, aber ganz ehrlich, die meisten von uns haben diese freien Stunden gar nicht, und wenn wir sie doch einmal haben, kommen wir zurück in genau das gleiche Chaos, und nach einer Stunde fühlt es sich an, als wären wir nie weg gewesen.

Mir hat irgendwann geholfen zu erkennen, dass Stressbewältigung nicht nur bedeutet, vor dem Alltag zu flüchten, sondern dass es auch darum geht, den Alltag selbst ein bisschen leiser zu machen, sodass ich nicht erst eine Auszeit brauche, um wieder atmen zu können, sondern zwischendurch schon kleine Momente der Ruhe finde, mitten im ganz normalen Familienleben.

Und genau da kam für mich etwas ins Spiel, womit ich nie gerechnet hätte, nämlich Ordnung, allerdings nicht die Art von Ordnung, die man aus Hochglanzmagazinen kennt, mit beschrifteten Glasbehältern und perfekt gefalteten Handtüchern, sondern eine ganz einfache, alltagstaugliche Ordnung, die mir Last abnimmt, statt neue Aufgaben auf meine Liste zu setzen.

Ordnung als leiser Helfer

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Unordnung ist laut, auch wenn sie keinen Ton von sich gibt, denn jedes Teil, das herumliegt, ist eine kleine unerledigte Aufgabe, die unser Kopf sieht, sich merkt und mit sich herumträgt, und wenn wir den ganzen Tag von solchen kleinen Aufgaben umgeben sind, kann unser Nervensystem einfach nicht zur Ruhe kommen.

Ich habe für mich gelernt, dass es nicht darum geht, ein perfektes Zuhause zu haben, sondern darum, ein paar Stellen zu schaffen, an denen mein Blick ausruhen darf, eine freie Küchenarbeitsplatte am Abend, ein Korb, in den abends einfach alles hineinwandert, was im Wohnzimmer herumliegt, ein Platz für die Schlüssel, die ich sonst jeden Morgen suche. Das klingt fast lächerlich klein, aber genau diese kleinen Dinge haben dafür gesorgt, dass ich morgens nicht mehr in ein Chaos vom Vortag stolpere und abends tatsächlich das Gefühl habe, für heute fertig zu sein.

Drei kleine Schritte

die meinen Alltag leiser gemacht haben

1. Der Abendkorb. Fünf Minuten vor dem Schlafengehen wandert alles, was herumliegt, in einen großen Korb, ohne Sortieren und ohne Perfektion, und morgen ist ein neuer Tag.

2. Eine freie Fläche. Ich wähle eine einzige Stelle, meistens die Küchenarbeitsplatte, die abends leer sein darf, damit mein Blick morgens auf etwas Ruhiges fällt.

3. Ein bewusster Atemzug. Wenn mir alles zu viel wird, bleibe ich kurz stehen, atme einmal tief ein und noch länger aus und sage mir, dass nicht alles jetzt sofort passieren muss.

Du musst nicht alles allein tragen

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Was mir außerdem sehr geholfen hat, war der Gedanke, dass ich nicht alles allein schaffen muss, und dass es kein Zeichen von Schwäche ist, um Hilfe zu bitten, Aufgaben abzugeben oder auch einfach mal etwas liegen zu lassen, weil es heute eben nicht mehr geht.

Auch die Kinder dürfen mithelfen, selbst wenn es am Anfang länger dauert und nicht so ordentlich wird, wie ich es selbst machen würde, denn sie lernen dabei, dass ein Zuhause allen gehört und dass jeder ein kleines Stück dazu beitragen kann, damit es sich gut anfühlt, und ich lerne dabei loszulassen, was mir ehrlich gesagt manchmal noch schwerer fällt als den Kindern.

Und ich habe mir angewöhnt, abends nicht mehr nur aufzuzählen, was ich alles nicht geschafft habe, sondern mir kurz vor Augen zu führen, was ich heute alles getragen, getröstet, gekocht, organisiert und ausgehalten habe, denn das ist eine ganze Menge, auch wenn es niemand sieht.

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Mein Geschenk für dich

Wie viel Zeit kostet dich das Chaos wirklich?

Als ich angefangen habe, einmal ehrlich aufzuschreiben, wie viele Minuten ich jeden Tag mit Suchen, Hinterherräumen und dem Gefühl von „Ich muss noch…“ verbringe, war ich ehrlich gesagt erschrocken, denn aufs Jahr gerechnet kamen da Stunden zusammen, die ich viel lieber mit meinen Kindern oder einfach mit mir selbst verbracht hätte.

Genau daraus ist mein Mama Zeitrechner entstanden. Mit ihm rechnest du in wenigen Minuten aus, wie viel Zeit dir im Alltag verloren geht, findest in einem kleinen Quiz heraus, ob du eher die Nie-fertig-Mama, die Wochenend-Retterin oder die Hinterherräumerin bist, und bekommst für deinen Typ einen ersten kleinen Schritt, mit dem du dir sofort ein Stück Ruhe zurückholst.

Er ist kostenlos, ohne Verpflichtung und ohne Erwartung, einfach als kleine Hilfe von mir zu dir.

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Du bist nicht allein

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Wenn du dich in diesem Text wiedergefunden hast, dann möchte ich dir sagen, dass du nicht allein bist, auch wenn es sich abends auf dem Badewannenrand manchmal genau so anfühlt. Da draußen sitzen gerade unzählige Mamas, die genauso müde sind, die genauso viel lieben und die sich genauso oft fragen, ob sie genug sind, und ich wünschte, wir würden öfter darüber sprechen, statt uns gegenseitig nur die schönen Momente zu zeigen.

Du musst nicht perfekt sein, du musst nicht alles im Griff haben und du musst auch nicht jeden Tag stark sein, um eine gute Mama zu sein. Es reicht, wenn du dir selbst ein kleines bisschen von der Liebe und Geduld schenkst, die du jeden Tag so selbstverständlich an deine Kinder weitergibst.

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Atme heute Abend einmal ganz bewusst tief ein und noch länger aus, und erlaube dir, für diesen einen Moment nichts zu müssen.

Von Herzen, deine Alin 💛

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