Was man wirklich braucht – und was man sich getrost sparen kann
Wenn man schwanger ist oder gerade ein Baby bekommen hat, prasselt eine Sache ganz besonders auf einen ein: Empfehlungen.
Checklisten, „Must-have“-Listen, Social-Media-Videos mit 37 Dingen, ohne die angeblich kein Baby überlebt. Und ganz ehrlich? Das verunsichert mehr, als dass es hilft.
Ich weiß noch genau, wie ich dachte: Brauchen wir das alles wirklich?
Kurzfassung: Nein.
Langfassung: Absolut nicht.
Babys brauchen in den ersten Monaten vor allem Nähe, Wärme, Geborgenheit, Zeit – und Eltern, die halbwegs entspannt bleiben dürfen. Alles andere sollte genau das unterstützen – nicht zusätzlich Stress machen.
In diesem Beitrag möchte ich deshalb zwei Dinge tun:
- Dir sagen, warum viele Babysachen unnötig sind
- Dir meine 11 ehrlichen Empfehlungen teilen – Dinge, die sich im Alltag mit Baby wirklich bewährt haben und die ich wieder genauso kaufen würde
Ohne Druck. Ohne Perfektion. Aus Erfahrung.
Warum man am Anfang viel zu viel kauft (und das völlig normal ist)
Die Babyindustrie lebt von Unsicherheit.
Von Sätzen wie:
- „Besser man hat es…“
- „Andere Mamas schwören darauf…“
- „Das brauchst du unbedingt!“
Und plötzlich steht man da mit:
- drei verschiedenen Babywippen
- fünf Schlafsäcken für jede denkbare Temperatur
- Spielzeug, das ein Neugeborenes nicht mal wahrnimmt
Dabei sind Babys in den ersten drei Monaten erstaunlich genügsam.
Sie sehen unscharf, schlafen viel, brauchen Nähe – und reagieren sensibel auf Reize. Zu viel Zeug kann sogar überfordern.
Was mir rückblickend geholfen hätte, wäre diese Frage:
Erleichtert mir dieses Produkt wirklich den Alltag – oder beruhigt es nur meine Unsicherheit?
Mit dieser Brille im Kopf kommen wir jetzt zu den Dingen, die für mich wirklich einen Unterschied gemacht haben.
1. Eine Decke aus Schurwolle – Wärme, die atmet
Wenn ich nur ein einziges Textil empfehlen dürfte, dann wäre es das.
Eine Decke aus reiner Schurwolle ist für Neugeborene einfach Gold wert. Warum?
- Sie wärmt, ohne zu überhitzen
- Sie reguliert Temperatur auf natürliche Weise
- Sie ist atmungsaktiv und langlebig
Gerade in den ersten Wochen, wenn Babys ihre Körpertemperatur noch nicht gut selbst regulieren können, ist das ein riesiger Vorteil.
Ob im Kinderwagen, auf dem Sofa, beim Stillen oder einfach zum Zudecken – diese Decke ist ständig im Einsatz.
Mein Tipp:
Lieber eine hochwertige Wolldecke als drei günstige Produkte.
2. Wickelbodys – klein, unscheinbar, lebensverändernd
Klingt übertrieben? Ist es nicht 😅
Wickelbodys sind ein echtes Geschenk für frischgebackene Eltern.
Denn niemand – wirklich niemand – möchte in den ersten Tagen:
- ein Baby über den Kopf ziehen
- dabei weinende Proteste hören
- und selbst nervös werden
Wickelbodys lassen sich seitlich öffnen, was das Anziehen unglaublich entspannt macht. Besonders nachts oder beim Wickeln mit halb geschlossenen Augen.
Mein ehrlicher Rat:
- Kaufe lieber wenige Wickelbodys in guter Qualität
- Achte auf weiche Materialien (Baumwolle oder Wolle/Seide)
- Größe 56/62 reicht völlig für den Anfang
3. Eine Haube aus Wolle – unterschätzt, aber so wichtig
Babys verlieren sehr viel Wärme über den Kopf.
Eine dünne Wollhaube ist deshalb kein „Winter-Extra“, sondern ganzjährig sinnvoll – besonders:
- nach der Geburt
- nach dem Baden
- bei Spaziergängen
- in kühleren Räumen
Wolle passt sich der Temperatur an und verhindert Schwitzen genauso wie Auskühlen.
Baumwollmützen sehen süß aus, können aber schnell zu kalt oder zu warm sein.
Eine gut sitzende Wollhaube gehört für mich in jede Grundausstattung.
4. Baby-Sound-Gerät – Ruhe für alle
Ich war lange skeptisch.
Braucht man wirklich ein Gerät, das Geräusche macht?
Heute sage ich: Ja, unbedingt!
Ein Baby-Sound-Gerät mit gleichmäßigen Geräuschen (z. B. White Noise, Herzschlag oder Meeresrauschen) kann:
- beim Einschlafen helfen
- Umgebungsgeräusche ausblenden
- Babys beruhigen, die viel weinen
Besonders Babys, die viel Nähe brauchen oder schnell überreizt sind, profitieren davon.
Es ersetzt keine Nähe – aber es unterstützt sie.
5. Mobiler Heizstrahler – vor allem rund ums Baden ein Gamechanger
Dieses Teil habe ich viel zu spät entdeckt.
Ein mobiler Heizstrahler ist unglaublich praktisch:
- beim Wickeln
- nach dem Baden
- in Übergangszeiten
- flexibel einsetzbar
💡 Wichtiger Tipp aus Erfahrung:
Bevor du dein Baby badest, wärme das Zimmer kurz vor. Babys kühlen nach dem Baden extrem schnell aus – und das sorgt oft für unnötiges Weinen.
Und das Beste:
Wenn der Sommer kommt, lässt sich ein mobiler Heizstrahler einfach verstauen. Kein Platzfresser, kein Dauerobjekt.
6. Das Buch „artgerecht“ – sollte jede Mama, jeder Papa lesen
Dieses Buch ist kein „Nice-to-have“.
Es ist ein Augenöffner.
artgerecht erklärt auf verständliche, liebevolle Weise:
- warum Babys Nähe brauchen
- warum Tragen kein Verwöhnen ist
- warum viele gesellschaftliche Erwartungen unrealistisch sind
Mir hat dieses Buch unglaublich viel Druck genommen.
Es hat mir erlaubt, meinem Bauchgefühl wieder zu vertrauen – und das ist unbezahlbar.
7. Woll-Overall – ein echtes Must-have (und warum Baumwolle oft nicht reicht)
Wenn es ein Kleidungsstück gibt, das ich wirklich als Must-have für die ersten Monate bezeichnen würde, dann ist es ein Woll-Overall. Nicht, weil er „schön zu haben“ ist – sondern weil er etwas kann, was andere Materialien schlicht nicht leisten.
Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Sie kühlen schnell aus – und genau hier liegt der große Unterschied zwischen Wolle und Baumwolle.
Baumwolle:
- fühlt sich zwar weich an
- wärmt aber nicht aktiv
- kann bei kühler Umgebung sogar kühlend wirken, besonders wenn sie leicht feucht wird
Wolle dagegen:
- wärmt zuverlässig, ohne zu überhitzen
- reguliert die Temperatur ganz natürlich
- bleibt auch dann angenehm, wenn das Baby schwitzt oder die Umgebungstemperatur schwankt
Ein Woll-Overall sorgt dafür, dass dein Baby konstant warm und ausgeglichen bleibt – draußen wie drinnen. Gerade in den ersten Wochen, bei Spaziergängen, Autofahrten oder Übergangswetter, ist das ein enormer Unterschied.
Was ihn für mich zum Must-have macht:
- kein ständiges Schichten von Kleidung nötig
- weniger Sorgen, ob das Baby friert
- entspannteres Anziehen, besonders unterwegs
- ein Gefühl von Geborgenheit durch das weiche, natürliche Material
Viele Eltern greifen instinktiv zu Baumwolle, weil sie „klassisch“ wirkt. Rückblickend würde ich sagen: Baumwolle ist okay – Wolle ist besser.
Nicht aus Trendgründen, sondern aus funktionalen.
Mein ehrlicher Rat:
Wenn du an einer Stelle nicht sparen möchtest, dann hier. Ein hochwertiger Woll-Overall ersetzt mehrere Kleidungsstücke und schenkt sowohl dem Baby als auch den Eltern ein großes Stück Ruhe im Alltag.
8. Weleda Baby Shampoo – sanft, ehrlich, bewährt
Babys brauchen keine Duftbomben.
Keine schäumenden Wunderprodukte.
Sondern milde, ehrliche Pflege.
Weleda Baby Shampoo ist:
- sanft zur Haut
- ohne aggressive Inhaltsstoffe
- gut verträglich
Gerade in den ersten Monaten reicht ein einziges, mildes Produkt völlig aus. Weniger ist hier wirklich mehr.
9. Babynest – Geborgenheit überall
Ein Babynest kann unglaublich hilfreich sein, besonders:
- auf dem Sofa
- im Elternbett
- tagsüber im Wohnzimmer
Es gibt Babys ein Gefühl von Begrenzung und Sicherheit – ähnlich wie im Mutterleib.
Nicht jedes Baby braucht es, aber viele lieben es.
Mein Tipp:
Nutze es bewusst und unter Aufsicht – nicht als Ersatz für Nähe, sondern als Ergänzung.
10. Windeleimer – bitte kauf ihn gleich
Ich sage das ganz direkt:
Ich habe ihn viel zu spät gekauft – und bereue es.
Ab Tag 1 entstehen Gerüche.
Egal, wie süß dein Baby ist 😅
Ein guter Windeleimer:
- hält Gerüche zuverlässig zurück
- spart tägliche Wege zum Müll
- macht den Alltag entspannter
Das ist kein Luxusprodukt.
Das ist ein Stück Lebensqualität.
11. Wickel-Organizer – Ordnung, die Nerven spart
Am Anfang denkt man oft: Ach, das bisschen Wickeln bekomme ich auch ohne extra Zubehör hin.
Und ja – theoretisch geht das. Praktisch sieht der Alltag aber schnell anders aus.
Ein Wickel-Organizer ist kein spektakuläres Produkt, aber eines dieser Dinge, die man jeden einzelnen Tag benutzt. Und genau deshalb macht er einen echten Unterschied.
Warum er so hilfreich ist:
- alles Wichtige ist mit einem Griff da
- keine Suche nach Feuchttüchern, Windeln oder Cremes
- weniger Hektik – besonders nachts oder wenn das Baby unruhig ist
Gerade in den ersten Wochen wickelt man häufig und oft spontan. Wenn man dann nicht jedes Mal aufstehen oder durch die Wohnung laufen muss, bleibt mehr Ruhe – für dich und für dein Baby.
Was ich daran besonders mag:
- flexibel einsetzbar (Bett, Sofa, Wickelplatz, Wohnzimmer)
- leicht mitzunehmen, auch in andere Räume
- hilft, den Überblick zu behalten, selbst wenn man müde ist
Ein guter Wickel-Organizer sorgt nicht für Perfektion, aber für Struktur im kleinen Chaos des Babyalltags. Und manchmal ist genau das Gold wert.
Mein Fazit:
Kein Luxusprodukt – sondern ein stiller Helfer, den man schnell nicht mehr missen möchte.
Mein Fazit: Du brauchst weniger – aber das Richtige
Die ersten drei Monate mit Baby sind intensiv.
Emotionen, Schlafmangel, Hormone – alles gleichzeitig.
Du musst nicht perfekt ausgestattet sein.
Du musst nicht alles haben.
Du darfst ausprobieren, weglassen, nachkaufen.
Wenn dir ein Produkt:
- den Alltag erleichtert
- dir Sicherheit gibt
- oder dein Baby sichtbar beruhigt
… dann ist es genau richtig.
Und alles andere?
Darf draußen bleiben 💛


