Vorweg: Dieser Text ist für dich, Mama 🤍
Für dich, wenn du manchmal glaubst, du müsstest den ganzen Tag Ideen liefern.
Für dich, wenn dich der Satz „Mir ist langweilig“ innerlich stresst.
Für dich, wenn du müde bist vom ständigen Begleiten, Erklären, Beschäftigen.
Ich möchte dir gleich zu Beginn etwas Wichtiges sagen:
Du bist keine schlechte Mama, wenn du dein Kind nicht ständig beschäftigst.
Oft ist genau das ein Akt von Vertrauen – und von Liebe.
Der leise Druck, den kaum jemand ausspricht
Viele Mamas tragen ihn in sich, ohne ihn genau benennen zu können.
Diesen Gedanken:
- Ich müsste mehr tun
- Ich sollte kreativer sein
- Mein Kind darf sich nicht langweilen
- Gute Mütter beschäftigen ihre Kinder
Dieser Druck entsteht nicht, weil wir etwas falsch machen.
Er entsteht, weil wir überall Bilder sehen von durchgeplanten Tagen, Lernspielen, Bastelideen und scheinbar glücklichen Kindern.
Und irgendwo dazwischen verlieren wir das Vertrauen – in uns und in unsere Kinder.
Der Moment, in dem ich aufgehört habe
Es gab einen Moment, der alles verändert hat.
Mein Kind stand vor mir und sagte:
„Mama, mir ist langweilig.“
Früher hätte ich sofort reagiert.
Ich hätte etwas vorgeschlagen. Ein Spiel. Eine Idee. Eine Beschäftigung.
An diesem Tag aber war ich einfach müde. Nicht nur körperlich – sondern innerlich.
Also sagte ich:
„Ich glaube, du findest gleich selbst etwas.“
Es fühlte sich falsch an. Beinahe lieblos.
Und doch war es der Anfang von etwas Neuem.
Was passiert, wenn wir nichts vorgeben
Zuerst kam Protest. Dann Stille.
Und dann begann mein Kind zu schauen. Nicht zu mir – sondern in den Raum.
Es griff nach einem einfachen Gegenstand. Dann nach einem zweiten. Es probierte aus, kombinierte, vertiefte sich.
Ich saß daneben. Still. Beobachtend.
Und mir wurde klar:
Ich hatte mein Kind oft unterbrochen, ohne es zu merken.
Nicht aus Absicht – sondern aus Fürsorge.
Kinder brauchen keine Dauerbespaßung

Kinder tragen etwas ganz Natürliches in sich:
Neugier. Fantasie. Eigeninitiative.
Doch all das braucht Raum.
Wenn wir ständig anleiten, erklären oder neue Impulse liefern, nehmen wir ihnen ungewollt etwas weg:
➡️ die Möglichkeit, sich selbst zu erleben.
Selbstständiges Spiel entsteht nicht durch Programme.
Es entsteht durch Vertrauen.
Langeweile ist kein Feind
Langeweile fühlt sich unangenehm an. Vor allem für uns Erwachsene.
Doch für Kinder ist sie oft der Anfang von etwas Neuem.
Aus Langeweile entstehen:
- eigene Ideen
- kreative Lösungen
- tiefes, vertieftes Spiel
Langeweile ist kein Mangel.
Sie ist ein Übergang.
Warum weniger Spielzeug oft mehr Ruhe bringt
Ich habe irgendwann nicht mein Kind verändert – sondern die Umgebung.
Ich habe reduziert. Ausgesiebt. Vereinfacht.
Nicht aus pädagogischem Ehrgeiz, sondern aus Erschöpfung.
Und plötzlich wurde das Spiel ruhiger. Länger. Tiefer.
Offenes Spiel statt fertiger Lösungen
Offenes Spielzeug schreibt keine Regeln vor.
Es sagt nicht: „So wird gespielt.“
Es fragt: „Was möchtest du daraus machen?“
Und genau das stärkt Kinder.
Nicht die Menge der Impulse – sondern die Freiheit.
Meine Rolle hat sich verändert
Ich bin nicht mehr die Animateurin meines Kindes.
Ich bin da.
Als sichere Basis.
Als ruhige Begleitung.
Als Mama.
Manchmal spiele ich mit.
Manchmal nicht.
Beides ist richtig.
Schuldgefühle dürfen da sein – aber sie müssen nicht führen
Natürlich tauchen sie auf:
- Tue ich genug?
- Bin ich zu bequem?
- Müsste ich mehr fördern?
Dann erinnere ich mich daran:
Mein Kind braucht keine perfekte Beschäftigung.
Es braucht Beziehung.
Und Beziehung entsteht nicht durch Daueraktion.
Wenn dein Kind Nähe sucht
Nicht jedes „Mir ist langweilig“ meint Langeweile.
Manchmal meint es:
- Ich brauche dich kurz
- Ich möchte Verbindung
- Ich möchte gesehen werden
Dann reicht oft:
- ein Blick
- eine Berührung
- ein Satz wie: „Ich bin da.“
Dein Kind darf sich selbst entdecken
Du darfst Pausen haben.
Dein Kind darf eigene Wege gehen.
Vielleicht ist das größte Geschenk, das wir unseren Kindern machen können:
Dass wir ihnen zutrauen, sich selbst zu beschäftigen.
Ein letzter Gedanke für dich
Wenn du heute müde bist.
Wenn du heute nichts vorbereitest.
Wenn du heute einfach nur da bist.
Dann bist du genug.
Aus Liebe.
Hinweis aus Liebe
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