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Mama-Seele
Warum dieser schwere Gedanke nichts darüber sagt, was für eine Mama du bist, sondern nur, wie müde dein Herz gerade ist, und wie du wieder sanfter mit dir werden darfst.
Es war einer dieser Morgen, an denen von Anfang an alles schiefging, der Wecker hatte nicht geklingelt, die Brotdosen waren noch nicht gepackt, mein Kind wollte ausgerechnet die Socken anziehen, die noch in der Wäsche lagen, und als dann auch noch der Saft quer über den Frühstückstisch lief, bin ich laut geworden, viel lauter, als ich es jemals wollte.
Ich sehe noch heute diese großen, erschrockenen Augen vor mir, die mich in diesem Moment angeschaut haben, und ich spüre noch dieses heiße, schwere Gefühl in meinem Bauch, als ich kurz danach im Badezimmer auf dem Rand der Badewanne saß, die Hände vor dem Gesicht, und nur noch einen einzigen Gedanken hatte, der immer lauter wurde: Ich mache alles falsch als Mama.
Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch, vielleicht kommt er abends, wenn die Kinder schlafen und du den Tag noch einmal durchgehst, vielleicht kommt er mitten am Tag, nach einem Streit oder einer Träne, und ich möchte dir heute aus tiefstem Herzen sagen, dass dieser Gedanke nichts darüber aussagt, wer du als Mama bist, sondern nur, wie es dir gerade geht.
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Ein leiser, schwerer Satz
Wenn dieser Gedanke plötzlich da ist
Meistens kommt dieser Gedanke ganz unauffällig, nach einem Moment, in dem du gereizt reagiert hast, in dem du keine Geduld mehr hattest, in dem du nicht so liebevoll warst, wie du es dir wünschst, und dann setzt er sich in dir fest und färbt plötzlich alles andere mit, all die vielen schönen, liebevollen Momente des Tages scheinen auf einmal nicht mehr zu zählen.
Ich möchte, dass du weißt, dass du mit diesem Gefühl nicht allein bist, dass so unendlich viele Mamas da draußen genau diesen Satz in sich tragen, oft ganz still und ohne ihn jemals auszusprechen, weil sie sich dafür schämen, und dass dieser Gedanke kein ehrliches Urteil über deine Fähigkeiten ist, sondern ein Spiegel deines inneren Zustands in diesem Moment.
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Dieser Gedanke sagt nichts darüber, was für eine Mama du bist. Er sagt nur, wie müde dein Herz gerade ist.
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Du bist nicht allein
Warum so viele Mamas genau das denken
Wenn wir einmal ehrlich hinschauen, was wir Mamas jeden Tag tragen, dann ist es eigentlich kein Wunder, dass dieser Gedanke so oft kommt, denn wir tragen nicht nur die Verantwortung für das Essen, die Termine und die frische Wäsche, sondern vor allem für die Gefühle unserer Kinder, für ihre Sicherheit, ihr Glück und ihre ganze kleine Welt.
Was wir jeden Tag tragen
✦ die emotionale Verantwortung für die ganze Familie
✦ zu wenig Schlaf, oft über Monate oder Jahre
✦ unendlich viele Geräusche, Berührungen und Fragen
✦ und diesen hohen Anspruch an uns selbst, alles besonders liebevoll und bewusst zu machen
Gerade dieser letzte Punkt ist so wichtig, denn je mehr wir uns wünschen, alles richtig zu machen, je mehr wir über Bindung, Gefühle und achtsame Erziehung wissen, desto größer wird oft der Druck, diesem Bild in jedem einzelnen Moment gerecht zu werden, und desto härter urteilen wir über uns, wenn uns das einmal nicht gelingt.
Dieser Gedanke ist deshalb kein Beweis für dein Versagen, sondern ein ganz deutliches Stresssignal, ein Zeichen dafür, dass du schon sehr lange sehr viel gibst und dass dein Akku leer ist.
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Ein verborgenes Gefühl
Überforderung fühlt sich oft wie Schuld an
Was ich lange nicht verstanden habe, ist, dass Überforderung sich nicht immer wie Müdigkeit anfühlt, sondern ganz oft ein anderes Gesicht trägt, sie zeigt sich als Gereiztheit, als Rückzug, als innere Leere oder Taubheit, und ganz oft eben auch als harte, laute Selbstkritik.
Und weil wir Mamas so daran gewöhnt sind, die Verantwortung für alles zu übernehmen, richten wir diese Schuld fast immer nach innen, wir fragen uns, was mit uns nicht stimmt, statt uns zu fragen, was in unserem Leben gerade zu viel ist, obwohl die eigentliche Ursache so oft im Außen liegt, in zu wenig Unterstützung, zu wenig Pausen und zu vielen Aufgaben auf zu wenigen Schultern.
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Was in dir passiert
Was dein Nervensystem damit zu tun hat
Dein Nervensystem prüft ununterbrochen, ob du sicher bist und ob du genug Kraft hast für das, was gerade von dir verlangt wird, und wenn du über lange Zeit hinweg mehr gibst, als du auftanken kannst, dann schaltet es irgendwann in einen Zustand, in dem alles schwerer wird.
In diesem Zustand sinkt deine Belastbarkeit, deine Geduld wird kürzer, und auch das Mitgefühl mit dir selbst wird immer leiser, während die Stimme deines inneren Kritikers immer lauter wird, nicht weil sie recht hätte, sondern weil dein ganzes System verzweifelt nach Entlastung sucht und dir auf diese Weise sagen möchte, dass etwas nicht mehr stimmt.
Das Schwierige daran ist, dass du dich in diesem Zustand selbst kaum noch liebevoll und klar sehen kannst, und deshalb ist es so wichtig, diesem Gedanken in solchen Momenten nicht blind zu glauben, sondern ihn als das zu erkennen, was er ist, nämlich als Botschaft deines erschöpften Körpers.
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Die Wahrheit hinter dem Gedanken
Du bist nicht falsch, du bist müde
„Andere Mamas schaffen das doch auch“, diesen Satz habe ich mir so oft gesagt, und vielleicht sagst du ihn dir auch, aber dieser Vergleich ist so ungerecht dir selbst gegenüber, denn du siehst bei anderen immer nur einen kleinen Ausschnitt, nie ihre schlaflosen Nächte, ihre Tränen im Badezimmer und ihre stillen Zweifel.
Jede Mama hat ein anderes Nervensystem, eine andere Geschichte, andere Kinder, eine andere Unterstützung und ganz andere Herausforderungen, und deshalb sagt der Vergleich mit anderen so gar nichts darüber aus, wie gut du deine Aufgabe machst.
Wenn du ganz ehrlich in dich hineinspürst, dann liegt die Ursache für diesen schweren Gedanken meistens nicht in dir selbst, sondern darin, dass dir Pausen fehlen, dass dir Entlastung fehlt und dass es schon viel zu lange keinen Raum mehr für deine eigenen Bedürfnisse gegeben hat.
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Du bist nicht falsch. Du bist müde. Und Müdigkeit braucht keine Strafe, sondern Fürsorge.
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Ein liebevoller Blick
Warum gerade gute Mamas so hart zu sich sind
Und weißt du, was ich in all den Gesprächen mit anderen Mamas immer wieder bemerkt habe? Es sind gerade die liebevollsten, die reflektiertesten und die bemühtesten Mamas, die am strengsten mit sich selbst sind, die nachts wach liegen und grübeln, ob sie heute genug für ihre Kinder da waren.
Dass du dir diese Gedanken überhaupt machst, dass du diesen Beitrag liest und dich fragst, ob du es gut genug machst, zeigt mir, wie sehr du dein Kind liebst und wie wichtig es dir ist, eine gute Mama zu sein, und genau das ist schon so viel mehr, als du dir gerade zugestehst.
Aber Fürsorge, die nur nach außen fließt und niemals zu dir selbst zurückkehrt, wird irgendwann zu Selbstüberforderung, und deshalb darfst du lernen, die gleiche Wärme, die du deinem Kind jeden Tag schenkst, auch dir selbst zu schenken.
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Was dir wirklich hilft
Was du in diesen Momenten brauchst
In solchen Momenten brauchst du keine weiteren Tipps, keine neuen Erziehungsratgeber und keinen Plan, wie du dich noch besser optimieren und kontrollieren kannst, sondern vor allem Entlastung, Sicherheit und die Möglichkeit, wieder zu dir zu kommen.
Kleine Momente, die dich zurückholen
✦ eine Hand auf dein Herz legen und dreimal tief in den Bauch atmen
✦ ein Glas Wasser trinken und für einen Moment ans offene Fenster treten
✦ deinem Kind später ehrlich sagen: „Es tut mir leid, ich war vorhin zu laut, das lag nicht an dir.“
✦ eine Freundin anrufen, bei der du nichts erklären musst
✦ abends aufschreiben, was heute trotz allem gut war
Gerade das ehrliche Wiedergutmachen hat bei uns so viel verändert, denn als ich an diesem Morgen aus dem Badezimmer kam, habe ich mich zu meinem Kind gesetzt, es in den Arm genommen und mich entschuldigt, und es hat mich angeschaut und gesagt, dass es mich trotzdem lieb hat, und in diesem Moment habe ich verstanden, dass unsere Kinder nicht unsere Perfektion brauchen, sondern unsere Rückkehr.
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Ein neuer Blick
Ein sanfter Perspektivwechsel
Wenn der Gedanke „Ich mache alles falsch“ das nächste Mal in dir auftaucht, dann versuche einmal, ihm eine andere Frage entgegenzusetzen, eine Frage, die nicht verurteilt, sondern hinschaut: Was ist gerade zu viel für mich?
Vielleicht ist es die Erschöpfung nach vielen kurzen Nächten, vielleicht sind es fehlende Pausen, vielleicht ist es die Einsamkeit, weil niemand da ist, der dich einmal auffängt, oder eine innere Anspannung, die du schon so lange mit dir herumträgst, und allein diese Frage verschiebt deinen Blick von der Schuld hin zu deinen Bedürfnissen, und genau dort beginnt Heilung für dein Herz.
Wenn dich dabei auch die gut gemeinten Kommentare von außen verunsichern, dann lies gerne auch meinen Beitrag Wenn gute Ratschläge sich wie Kritik anfühlen, denn beides hängt so eng miteinander zusammen.
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Eine Erlaubnis
Du darfst sanfter mit dir sein
Du musst nicht immer ruhig sein, nicht immer geduldig und nicht immer die Kontrolle behalten, du darfst auch mal laut werden, weinen, müde sein und an deine Grenzen kommen, denn du bist ein Mensch und keine Maschine, und genau das dürfen auch deine Kinder von dir sehen.
Kinder brauchen keine perfekte Mama, sie brauchen eine echte Mama, eine, die Gefühle zeigt, die Fehler macht und sich dafür entschuldigt, die sich Schritt für Schritt immer wieder selbst beruhigt und zu ihnen zurückkommt, denn genau so lernen sie, dass Gefühle sein dürfen und dass Liebe auch in schweren Momenten bleibt.
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Von Herz zu Herz
Zum Schluss
Wenn du dich gerade nach Entlastung sehnst, nach einem Moment Ruhe, nach jemandem, der dir sagt, dass du genug bist, dann möchte ich heute diese Stimme für dich sein: Du bist genug, genau so, wie du bist, mit all deiner Müdigkeit, mit deinen lauten Momenten und mit deinem riesigen, liebenden Herzen.
Ich wünsche dir, dass du heute Abend, wenn die Kinder schlafen, einmal ganz tief durchatmest und dir selbst sagst, dass du heute dein Bestes gegeben hast, und dass dein Bestes an manchen Tagen eben anders aussieht als an anderen, und dass das vollkommen in Ordnung ist, denn du bist eine wundervolle Mama, auch an den Tagen, an denen du es selbst nicht spürst.
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Von Mama zu Mama, von Herzen,
deine Alin 🤍

