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Von außen sah bei mir alles irgendwie in Ordnung aus, die Kinder waren angezogen, satt und meistens pünktlich in der Kita, der Kühlschrank war halbwegs gefüllt, und wenn mich jemand gefragt hat, wie es mir geht, habe ich gelächelt und „Gut, viel los, aber gut“ gesagt, so wie man das eben sagt.
Was niemand gesehen hat, war diese tiefe Müdigkeit, die nicht vom Schlafmangel kam, sondern vom ständigen Denken, vom Hinterherlaufen und von dem Gefühl, nie fertig zu werden, egal wie viel ich gemacht habe. Wenn du gerade an genau diesem Punkt stehst, dann möchte ich dir heute ehrlich erzählen, wie es bei mir war und was ich irgendwann geändert habe, denn es war viel kleiner, als ich jemals gedacht hätte.
Dieses ständige Gefühl von Chaos
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Meine Tage haben damals schon damit angefangen, dass ich hinterher war, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatten, denn während ich noch versucht habe, wach zu werden, rief schon das erste Kind, die Spülmaschine vom Vorabend war noch voll, und irgendwo zwischen Kaffee aufsetzen und Brotdosen packen fiel mir ein, dass ich noch den Zettel für den Ausflug unterschreiben musste, der natürlich nirgends aufzufinden war.
Und so ging es dann den ganzen Tag weiter, ich habe angefangen, die Wäsche zusammenzulegen, wurde unterbrochen, habe in der Küche weitergemacht, wurde wieder unterbrochen, und am Ende lagen überall halb erledigte Aufgaben herum, wie kleine Inseln, die mich stumm daran erinnert haben, dass ich wieder nichts zu Ende gebracht habe. Das Wohnzimmer, das ich mittags aufgeräumt hatte, sah eine Stunde später wieder genauso aus wie vorher, und abends bin ich ins Bett gefallen mit dem Gefühl, den ganzen Tag gerannt zu sein, ohne auch nur einen Meter vorangekommen zu sein.
Das Schlimmste daran war nicht die Unordnung selbst, sondern was sie mit mir gemacht hat, denn ich war ständig angespannt, schnell gereizt und innerlich so voll, dass ich meinen Kindern oft nur mit halbem Ohr zugehört habe, während mein Kopf schon bei der nächsten Aufgabe war.
„Ich bin den ganzen Tag gerannt
und trotzdem nie angekommen.“
Ich dachte, ich bin einfach nicht organisiert genug
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Lange habe ich die Schuld bei mir gesucht, und ich war ziemlich streng mit mir dabei, denn ich dachte, dass andere Mamas das doch auch schaffen, dass ich mich nur mehr zusammenreißen müsste, früher aufstehen, disziplinierter sein, einfach besser funktionieren.
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich abends auf dem Sofa saß und mir vorgenommen habe, dass ab morgen alles anders wird, dass ich ab morgen sofort alles wegräume, ab morgen die Wäsche jeden Tag mache und ab morgen endlich meinen Haushalt im Griff habe. Und am nächsten Morgen war das Chaos wieder da, genau wie am Tag davor, und meine guten Vorsätze sind irgendwo zwischen Frühstückstisch und Kita-Tür einfach verpufft.
Jedes gescheiterte „ab morgen“ hat sich wie ein kleiner Beweis dafür angefühlt, dass mit mir etwas nicht stimmt, und diese Gedanken haben mich fast mehr Kraft gekostet als der eigentliche Haushalt.
Vielleicht erkennst du dich hier wieder
❀ Du startest morgens schon mit dem Gefühl, hinterher zu sein.
❀ Du fängst vieles an und wirst ständig unterbrochen.
❀ Du räumst auf, und eine Stunde später sieht es aus wie vorher.
❀ Du nimmst dir abends vor, dass ab morgen alles anders wird.
❀ Du gehst ins Bett und hast das Gefühl, nichts geschafft zu haben.
Wenn ja, dann bist du nicht faul und nicht unfähig, sondern genau da, wo ich auch einmal war.
Der Moment, in dem ich nicht mehr konnte
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Der Wendepunkt kam nicht mit einem großen Knall, sondern an einem ganz gewöhnlichen Dienstag, an dem eigentlich nichts Besonderes passiert war. Ich saß nachmittags am Küchentisch, vor mir ein Kaffee, der längst kalt geworden war, um mich herum der übliche Alltag, ein Stapel Post, ein paar Bastelsachen, Krümel vom Mittagessen, und plötzlich liefen mir die Tränen, einfach so, ohne dass ich es aufhalten konnte.
Ich habe in diesem Moment ganz klar gespürt, dass ich so nicht weitermachen kann, nicht weil ein einzelner Tag zu schlimm war, sondern weil sich das alles schon so lange so angefühlt hat, und weil ich mir nicht mehr vorstellen konnte, noch Jahre in diesem Zustand zu leben, immer am Rennen und nie am Ankommen.
Es hat mir Angst gemacht, mir das einzugestehen, denn irgendwie fühlte es sich an wie ein Versagen, als würde ich zugeben, dass ich als Mama nicht gut genug bin. Heute weiß ich, dass genau dieser ehrliche Moment am Küchentisch der Anfang von allem war, was danach besser wurde.
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Was ich verstanden habe, hat alles verändert
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In den Tagen danach habe ich angefangen, meinen Alltag einmal ganz bewusst zu beobachten, ohne mich dafür zu verurteilen, und dabei ist mir etwas aufgefallen, das mir vorher nie klar war. Das Problem war gar nicht, dass ich zu wenig gemacht habe, ganz im Gegenteil, ich war ja ständig beschäftigt, sondern dass ich immer nur auf das reagiert habe, was gerade am lautesten war.
Wenn ein Kind gerufen hat, bin ich hingerannt, wenn mir die volle Spüle ins Auge gefallen ist, habe ich angefangen abzuwaschen, und wenn mir eingefallen ist, dass wir kein Brot mehr haben, habe ich mich mitten im Aufräumen angezogen, um einkaufen zu gehen. Mein Tag hatte keinen roten Faden, er wurde einfach von außen bestimmt, und deshalb hatte ich auch nie das Gefühl, dass irgendetwas abgeschlossen ist.
Ich war nicht unorganisiert, weil ich ein unorganisierter Mensch bin, sondern weil ich kein System hatte, das mich trägt, und das ist ein riesiger Unterschied, denn einen Charakter kann man nur schwer ändern, aber einen Ablauf schon.
Das habe ich geändert
Ich habe aufgehört, auf das Lauteste zu reagieren,
und meinem Tag stattdessen ein paar feste, kleine Anker gegeben.
Die Veränderung war viel einfacher, als ich dachte
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Ich hatte immer geglaubt, dass ich mein ganzes Leben umkrempeln müsste, um aus diesem Chaos herauszukommen, mit großen Putzaktionen, ausgeklügelten Plänen und ganz viel Disziplin, aber am Ende waren es nur ein paar ganz einfache Dinge, die den Unterschied gemacht haben.
Meine drei Anker
die meinem Tag einen roten Faden geben
☀ Der Morgen-Anker. Bevor die Kinder wach sind oder direkt nach dem Frühstück mache ich immer dieselben drei Dinge in derselben Reihenfolge, Spülmaschine ausräumen, Küche einmal abwischen, Wäsche anstellen, und danach darf der Tag kommen, wie er will.
✿ Eins nach dem anderen. Wenn ich etwas anfange, bringe ich es zu Ende, bevor ich mit dem Nächsten beginne, und wenn ich unterbrochen werde, kehre ich danach genau dorthin zurück, statt etwas Neues anzufangen.
☾ Der Abend-Anker. Zehn Minuten am Abend, in denen das Wohnzimmer einmal grob zurückgesetzt wird und die Sachen für morgen bereitliegen, damit der nächste Tag nicht schon mit Rückstand beginnt.
Das klingt fast zu einfach, um wahr zu sein, und genau das habe ich am Anfang auch gedacht, aber schon nach ein paar Wochen habe ich gemerkt, dass sich etwas verändert hat. Nicht alles war plötzlich perfekt, und das ist es bis heute nicht, aber es wurde ruhiger, in der Wohnung und vor allem in meinem Kopf.
Ich hatte zum ersten Mal seit Langem wieder das Gefühl, einen Überblick zu haben, abends wirklich fertig zu sein und zwischendurch Luft zum Atmen zu finden, und diese Luft habe ich plötzlich wieder für meine Kinder gehabt, für ein Spiel auf dem Teppich, für eine Geschichte vor dem Einschlafen, für ein echtes Zuhören, ohne dass mein Kopf schon bei der nächsten Aufgabe war.
Und genauso wichtig wie die Anker selbst war, dass ich den Anspruch an Perfektion losgelassen habe. Wenn ein Anker an einem Tag ausfällt, weil ein Kind krank ist oder die Nacht zu kurz war, dann ist das in Ordnung, und am nächsten Tag fange ich einfach wieder an, ohne mich dafür zu verurteilen.
Und ich musste lernen, Hilfe anzunehmen
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Ein Teil der Veränderung hatte gar nichts mit Haushalt zu tun, sondern mit meinem Stolz, denn ich hatte lange das Gefühl, alles allein schaffen zu müssen, um eine gute Mama zu sein, und habe deshalb jede Hilfe abgelehnt, oft schon bevor sie überhaupt angeboten wurde.
Wenn mein Partner fragte, ob er etwas übernehmen soll, habe ich „Geht schon“ gesagt und es dann doch selbst gemacht, weil ich es schneller oder ordentlicher fand, und wenn die Oma angeboten hat, die Kinder einen Nachmittag zu nehmen, hatte ich ein schlechtes Gewissen, als würde ich damit zugeben, dass ich es nicht packe.
Heute sage ich viel öfter Ja, und ich habe gelernt, Aufgaben wirklich abzugeben, auch wenn sie dann anders erledigt werden, als ich es getan hätte. Die Handtücher sind jetzt manchmal anders gefaltet, und die Spülmaschine ist nicht immer so eingeräumt, wie ich es mag, aber dafür habe ich eine halbe Stunde, in der ich nicht funktionieren muss, und diese halbe Stunde ist so viel wertvoller als perfekt gefaltete Handtücher.
Auch die Kinder dürfen mithelfen, ganz kleinschrittig und ihrem Alter entsprechend, beim Tischdecken, beim Wegräumen der Bausteine oder beim Sortieren der Socken, und ich habe gemerkt, dass sie das oft sogar gerne machen, wenn es kein Drama ist, sondern einfach dazugehört. Wir sind eine Familie, und ein Zuhause ist nicht die Aufgabe einer einzigen Person, auch wenn wir Mamas das manchmal vergessen.
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Vielleicht fühlst du dich gerade genauso
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Wenn du beim Lesen gemerkt hast, wie sehr du dich in meiner Geschichte wiederfindest, dann möchte ich dir sagen, dass mit dir alles in Ordnung ist. Du bist nicht zu schwach, nicht zu chaotisch und auch nicht zu undiszipliniert, sondern du trägst wahrscheinlich gerade einfach unglaublich viel, ohne dass dich dabei etwas trägt.
Und ich weiß, wie schwer es ist, aus diesem Hamsterrad auszusteigen, wenn man schon so müde ist, dass einem selbst kleine Veränderungen wie ein Berg vorkommen. Deshalb möchte ich dir einen ersten Schritt mitgeben, der wirklich klein ist und der dir trotzdem zeigt, wo du anfangen kannst.
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Mein Geschenk für dich
Wie viel Zeit kostet dich das Chaos?
Einer der Momente, die mir damals am meisten die Augen geöffnet haben, war, als ich einmal aufgeschrieben habe, wie viel Zeit ich jeden Tag mit Suchen, Hinterherräumen und Wieder-von-vorne-Anfangen verbringe. Aufs Jahr gerechnet waren das so viele Stunden, dass ich erst einmal schlucken musste.
Daraus ist mein Mama Zeitrechner entstanden. Er zeigt dir in wenigen Minuten, wie viel Zeit dir im Alltag verloren geht, in einem kleinen Quiz findest du heraus, ob du eher die Nie-fertig-Mama, die Wochenend-Retterin oder die Hinterherräumerin bist, und du bekommst für deinen Typ einen ersten kleinen Schritt, mit dem du sofort anfangen kannst.
Er ist kostenlos und ohne Verpflichtung, und vielleicht ist er für dich genau dieser erste kleine Moment am Küchentisch, an dem sich etwas zu verändern beginnt.
Zum Schluss, von Herzen
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Du musst nicht alles auf einmal ändern, und du musst auch nicht von heute auf morgen eine andere Mama werden. Es reicht, wenn du klein anfängst, mit einem einzigen Anker, mit einer Aufgabe, die du heute ganz zu Ende bringst, oder einfach mit dem ehrlichen Eingeständnis, dass es so gerade zu viel ist.
Mach es dir leichter, wo immer du kannst, hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst, und sei bitte nicht so streng mit dir, denn du gibst jeden Tag so viel, auch wenn es sich abends manchmal anfühlt, als hättest du nichts geschafft.
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Es wird nicht perfekt werden, aber es darf ruhiger werden. Und das ist so viel mehr wert.
Von Herzen, deine Alin 💛

